Gleich vier Neuheiten und eine Expansion auf einmal: Teradyne bündelt Produktlaunches und Partnerschaften, und der Markt honoriert das. Die Aktie legte am Nachmittag um 7,8 Prozent zu und näherte sich ihrem Tageshoch von 450,61 Dollar.
Neue Systeme für KI und Photonik
Den Auftakt machte die Optik-Testplattform Iris 100 für Mikro-LED- und Photonik-Anwendungen, etwa AR-Mikrodisplays und KI-Rechenzentrums-Verbindungen. Schon vorbörslich lag die Aktie damit gut 2 Prozent im Plus.
Hinzu kommt das Speichertestsystem Magnum E2. Es zielt auf Schnittstellen wie LPDDR6, DDR6 und GDDR7 und adressiert die wachsende Nachfrage aus KI- und Hochleistungsrechnen. Die Tochter Universal Robots stellte zudem eine siebte Cobot-Generation vor.
Strategisch wirkt die mehrjährige Partnerschaft mit GS Microelectronics, die ein neues Testzentrum für KI-, Automotive-, RF- und Leistungshalbleiter trägt. Auch die Expansion ins indische Bengaluru fließt in die Kursfantasie ein, weil sie Teradyne in die staatlich geförderte Chipinitiative des Landes rückt.
Starkes Fundament, ambitionierte Bewertung
Der Rückenwind kommt nicht aus dem Nichts. Im zweiten Quartal stieg der Umsatz auf 1,33 Milliarden Euro-Äquivalent in Dollar gerechnet, genauer: 1,33 Milliarden Dollar, gut 100 Prozent über dem Vorjahr. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag mit 2,47 Dollar klar über der Konsensschätzung von 2,06 Dollar. Auf Jahressicht steht ein Kursplus von rund 188 Prozent zu Buche.
Genau das nährt allerdings Skepsis. Baird hatte die Aktie zuletzt von „Outperform“ auf „Neutral“ abgestuft und das Kursziel auf 420 Dollar gesetzt. Begründet wurde dies mit der Bewertung, fehlenden kurzfristigen Impulsen und Zweifeln, ob die KI- und Hyperscaler-Investitionen in diesem Tempo weiterwachsen. Mit rund 447 Dollar notiert die Aktie nun klar über diesem Ziel.
Eine Verkaufsmeldung am Rande sorgt kaum für Unruhe: Direktorin Mercedes Johnson trennte sich am 1. Oktober von 167 Aktien zu 402,90 Dollar, geplant über einen im März aufgesetzten 10b5-1-Plan. Sie hält weiterhin über 6.000 Aktien direkt.
Der Handel profitierte zudem von einem freundlichen Gesamtmarkt: Der Nasdaq gewann 1,1 Prozent, der S&P 500 legte 0,7 Prozent zu. Ob Teradyne das Niveau über der Baird-Marke von 420 Dollar hält, entscheidet sich nun an der Frage, ob die Aktie den Ausbruch aus dem Bereich um 360 Dollar bestätigt, aus dem der mehrwöchige Aufwärtstrend gestartet war.
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