Teradyne hat gestern die Erwartungen mit seinen Quartalszahlen übertroffen. Der Ausblick verspricht allerdings keine Fortsetzung der jüngsten Gewinndynamik: Selbst das obere Ende der bereinigten Gewinnprognose liegt unter dem gerade erreichten Quartalsergebnis. Für Anleger rückt damit die Frage in den Vordergrund, wie viel zusätzliche Dynamik das KI-Geschäft im Schlussquartal liefern kann.
Gewinnprognose unter jüngstem Ergebnis
Für das vierte Quartal 2026 erwartet Teradyne einen bereinigten Gewinn von 1,95–2,25 US-Dollar je Aktie. Im abgelaufenen Quartal waren es 2,29 US-Dollar. Die Prognose signalisiert damit trotz des starken Geschäfts einen möglichen sequenziellen Gewinnrückgang.
Das ist keine Prognoseverfehlung gegenüber dem Analystenkonsens. Vielmehr unterscheiden sich die Vergleichsmaßstäbe: Gegenüber den Markterwartungen fällt der Ausblick günstiger aus als gegenüber dem zuletzt erzielten Ergebnis. Diese Unterscheidung erklärt, warum starke Zahlen nicht automatisch eine uneingeschränkt positive Bewertung rechtfertigen.
Laut Reuters lag die Analystenerwartung für den bereinigten Quartalsgewinn bei 2,06 US-Dollar je Aktie. Die Umsatzprognose des Unternehmens reicht von 1,25 bis 1,35 Mrd. US-Dollar.
Der Umsatzkorridor lässt somit sowohl einen Rückgang als auch einen Zuwachs gegenüber dem abgeschlossenen Quartal zu. Eine weitere Beschleunigung ist darin nicht fest zugesagt.
Halbleitertests tragen das Wachstum
Im dritten Quartal 2026 erzielte Teradyne einen Umsatz von 1,306 Mrd. US-Dollar. Das entsprach einem Wachstum von 70% gegenüber dem Vorjahresquartal und übertraf das obere Ende der eigenen Prognose.
CEO Greg Smith führte das Abschneiden auf KI-Nachfrage entlang der Wertschöpfungskette zurück. Die Stärke zeigte sich dabei nicht nur im Gesamtergebnis. Memory und Integrated Systems Test erreichten jeweils Rekordumsätze.
Das Segment Semiconductor Test steuerte 1,072 Mrd. US-Dollar bei. Product Test erzielte 138 Mio. US-Dollar und Robotics 96 Mio. US-Dollar Umsatz.
Auch das kleinere Robotikgeschäft lieferte einen positiven Beitrag: Es erreichte seinen bislang höchsten Umsatz in einem dritten Quartal und arbeitete profitabel. Damit ging die operative Stärke über die Rekorde bei Speicher- und Systemtests hinaus.
Kursreaktion wechselt die Richtung
Unter dem Strich meldete Teradyne für das dritte Quartal 2026 einen Nettogewinn nach US-Rechnungslegung von 342,4 Mio. US-Dollar. Der bereinigte Nettogewinn erreichte 359,9 Mio. US-Dollar.
Die unmittelbare Börsenreaktion fiel dennoch negativ aus. Reuters berichtete gestern von nachbörslichen Verlusten nach der Veröffentlichung. Heute zeigt sich ein anderes Bild: Mit einem Tagesplus von 9,3% gewinnt die Aktie deutlich hinzu.
Entscheidend für die weitere Einordnung bleibt der Unterschied zwischen starkem Ist-Ergebnis und vorsichtigerem Gewinnausblick. Die Zahlen belegen die kräftige Nachfrage. Die Prognose liefert dagegen noch keinen Beleg dafür, dass Teradyne das jüngste Gewinnniveau im Schlussquartal erneut erreicht.
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