Ein gutes Quartal reicht selten für einen zweistelligen Kurssprung – bei Teradyne schon. Der Hersteller von Testsystemen für Halbleiter hat mit seiner Prognose für das laufende Quartal die Erwartungen so deutlich übertroffen, dass die Aktie bereits nachbörslich am Dienstag um mehr als 14 Prozent zulegte und auch im vorbörslichen Handel am Mittwoch weiter zulegte.
Rekordumsatz zum zweiten Mal in Folge
Im zweiten Quartal 2026 setzte Teradyne 1,33 Milliarden US-Dollar um – mehr als doppelt so viel wie im Vorjahreszeitraum und bereits das zweite Rekordquartal hintereinander. Das bereinigte Ergebnis je Aktie kletterte auf 2,47 US-Dollar und lag damit klar über den Analystenschätzungen von rund 2,06 US-Dollar. Den Löwenanteil des Umsatzes steuerte das Segment Halbleitertest mit 1,122 Milliarden US-Dollar bei, angetrieben von Rekordwerten im Speichertest dank starker DRAM-Nachfrage und einer Erholung bei NAND-Flash.
Der eigentliche Auslöser der Kursbewegung liegt jedoch im Ausblick. Für das dritte Quartal stellt Teradyne einen Umsatz zwischen 1,2 und 1,3 Milliarden US-Dollar in Aussicht – der Mittelwert liegt gut 20 Prozent über dem Analystenkonsens von rund 1,03 Milliarden US-Dollar. Bei der Gewinnprognose von 1,85 bis 2,15 US-Dollar je Aktie übertrifft schon die untere Spanne die bisherige Konsensschätzung von 1,44 US-Dollar deutlich.
KI-Nachfrage als Wachstumstreiber
CEO Greg Smith führt die Stärke auf die Strategie zurück, Test- und Robotiklösungen „von der Waferfertigung bis zum KI-Rechenzentrum“ anzubieten. Die rasch steigenden Investitionen in neue Fertigungsanlagen für Halbleiter sollen dabei die Basis für weiteres Wachstum bis 2027 legen. Diese Einschätzung deckt sich mit den milliardenschweren Kapazitätsausbauplänen großer Speicherhersteller, die zuletzt ihre Investitionsbudgets für Hochleistungsspeicher angehoben haben.
Im globalen Testmarkt konkurriert Teradyne vor allem mit dem japanischen Anbieter Advantest, dessen Aktie zuletzt schwächer lief als die von Teradyne. Goldman-Sachs-Analyst James Schneider bestätigte nach der Zahlenvorlage sein Kaufrating mit einem Kursziel von 465 US-Dollar.
Ganz ohne Risiken ist die Geschichte nicht: Das Geschäft hängt stark vom zyklischen Investitionsverhalten weniger Großkunden aus der Chipindustrie ab, die Robotiksparte kämpft laut Unternehmensangaben weiterhin mit schwacher Nachfrage außerhalb des KI-Umfelds. Zudem verwies Teradyne selbst auf mögliche Belastungen durch US-Exportkontrollen für Halbleitertechnologie nach China.
Der für heute um 14:30 Uhr MESZ angesetzte Earnings-Call dürfte weitere Details zur Nachhaltigkeit der KI-Testnachfrage und zur Entwicklung des Robotik-Geschäfts liefern.
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