Telefonica und seine Partner gehen in Großbritannien auf Konfrontationskurs mit der Wettbewerbsbehörde. Die Eigentümer von Virgin Media O2 wollen die Bedenken der CMA gegen den Kauf des Glasfaseranbieters Netomnia nicht mit Zugeständnissen ausräumen. Stattdessen greifen sie die Argumentation der Behörde direkt an.
Nexfibre lehnt Auflagen ab
Hinter der Übernahme steht Nexfibre, ein Gemeinschaftsunternehmen von Liberty Global, Telefonica und dem Infrastrukturinvestor InfraVia. Es hatte im Februar vereinbart, Netomnia zu kaufen, den zweitgrößten alternativen Glasfasernetzbetreiber des Landes. Das Volumen liegt bei rund 2 Milliarden Pfund.
Die Wettbewerbsbehörde CMA sieht darin ein erhebliches Risiko für den Wettbewerb. Sie hätte lieber den Konkurrenten CityFibre als Käufer gesehen. Eine Kombination aus CityFibre und Netomnia, so die Behörde, wäre ein stärkerer Herausforderer für das Netz von Marktführer BT Openreach. Das gelte auch gegenüber dem vergrößerten Verbund aus Nexfibre und Virgin Media O2.
Nexfibre hält den Zwischenbericht der CMA für „grundlegend fehlerhaft“. Die Schlussfolgerungen beruhten auf Annahmen, die der wirtschaftlichen Realität des britischen Glasfasermarkts nicht entsprächen. Ein Verkauf an CityFibre sei keine glaubwürdige Grundlage für die Bewertung. Ebenso bestreitet das Unternehmen, dass die Milliardeninvestitionen, die der Deal ermöglichen soll, ohnehin getätigt würden.
CityFibre widerspricht. Die Behörde habe das Unternehmen bereits eingehend geprüft und kenne seine finanzielle Lage. Dazu zählten geplante Rekapitalisierungen und ein neuer Beitrag der Gesellschafter von 900 Millionen Pfund.
Sprachdienst in Spanien
Auf dem Heimatmarkt gibt es eine kleinere Nachricht. Telefonica führt gemeinsam mit dem Sicherheitsspezialisten Hiya den Dienst „Branded Call“ ein. Bei Anrufen von registrierten Unternehmen erscheint der Firmenname auf dem Display der 4G-Kunden, auch wenn die Nummer nicht gespeichert ist. Nutzer müssen dafür weder eine App installieren noch etwas einstellen.
Mit der Einbindung der Telefonica-Kunden sollen nach Angaben der Partner drei von vier Anrufen bei spanischen Mobilfunknutzern eine Firmenkennung anzeigen können. Ein direkter Kurstreiber ist das kaum, es unterstreicht aber das Bemühen, Netzdienste um Sicherheitsfunktionen zu erweitern.
Die Telefonica-Aktie gab zuletzt leicht um 0,24 Prozent nach. Den nächsten Schritt im britischen Verfahren hat die CMA in der Hand: Sie muss nun entscheiden, wie sie mit dem Widerspruch von Nexfibre umgeht, nachdem das Unternehmen keine Abhilfemaßnahmen vorlegen will.
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