Der spanische Telekommunikationskonzern Telefónica strafft seine Strukturen im Heimatmarkt. Das Führungsgremium des Unternehmens hat ein vereinfachtes spanisches Betriebsmodell verabschiedet.
Künftig gliedert sich das Geschäft vor Ort in drei unabhängige Einheiten: B2B Spain, B2C Spain sowie Wholesale Spain. Gleichzeitig werden die bisherigen Unterstützungsfunktionen in zentrale Unternehmensbereiche integriert, um Abläufe zu bündeln und die Verwaltung effizienter aufzustellen.
Gemeinsam mit der operativen Neuordnung vollzieht das Unternehmen auch einen symbolträchtigen Schritt in seiner Zentrale. Der Verwaltungsrat beschloss einstimmig, den eingetragenen Firmensitz in Madrid von der traditionsreichen Adresse an der Gran Vía 28 an die Ronda de la Comunicación zu verlegen. Die Satzung der Gesellschaft wird an diesen Umzug angepasst.
Pläne für Kernmärkte und Beteiligungen
Die Reorganisation in Spanien folgt auf richtungsweisende Weichenstellungen in anderen Märkten. Für das deutsche Geschäft formulierte Telefónica Deutschland das Ziel, die Aktivitäten im Jahr 2027 zu stabilisieren.
Wie Vorstandschef Santiago Argelich Hesse erklärte, strebt die Tochtergesellschaft für 2028 eine verlässliche Reisegeschwindigkeit an. Die Strategie setzt dabei vollständig auf organisches Wachstum. Akquisitionen, Fusionen oder Verkäufe seien derzeit nicht geplant.
Gleichzeitig prüft der Gesamtkonzern Anpassungen im internationalen Portfolio. Nach unaufgeforderten Anfragen potenzieller Käufer zog das Management eine Veräußerung der Tochtergesellschaft in Venezuela in Betracht, wie Bloomberg meldete.
Ein verbindliches Angebot oder ein abschließender Beschluss dazu lag allerdings nicht vor. Bereits Mitte September stärkte der Konzern zudem sein spanisches Content-Angebot: Die Sparte Telefónica Audiovisual Digital schloss eine Vertriebsvereinbarung mit der Plattform DAZN über die Übertragung von LaLiga-Inhalten ab.
Marktlage und Kursverlauf
An der Börse reagierten die Marktteilnehmer zurückhaltend auf die strategischen Schritte. Am Freitag beendete das Papier den Handel bei 3,32 Euro, was einem leichten Tagesplus von 1,1 Prozent entsprach. Damit bewegt sich der Titel weiterhin in unmittelbarer Nähe seines 52-Wochen-Tiefs von 3,23 Euro.
Für den Konzern kommt es nun darauf an, die angekündigten Strukturänderungen im operativen Alltag zügig umzusetzen. Die Schaffung separater Einheiten für Geschäftskunden, Privatkunden und Vorleistungen soll helfen, flexibler auf Marktanforderungen zu reagieren und die Profitabilität im spanischen Kernmarkt abzusichern.
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