Telecom Italia Aktie: TIM S.A. startet Rückkauf

TIM S.A. startet Aktienrückkauf über eine Milliarde Real. Parallel nähert sich die Übernahme durch Poste Italiane der entscheidenden Phase.

Auf einen Blick:
  • Brasilien-Tochter kündigt milliardenschweren Aktienrückkauf an
  • Poste Italiane-Offerte nähert sich Entscheidung im September
  • Aktienkurs seit Jahresbeginn um 49 Prozent gestiegen
  • Konzern peilt Umsatzplus von bis zu drei Prozent an

Telecom Italia ordnet seine internationalen Geschäfte neu. Während die staatliche Poste Italiane nach der Macht greift, setzt die brasilianische Tochter TIM S.A. ein Signal der Stärke. Ein neues milliardenschweres Aktienrückkaufprogramm soll den Wert des Unternehmens untermauern.

Brasilien-Tochter kauft eigene Anteile

Der Verwaltungsrat von TIM S.A. hat den Start von „Programm 9“ beschlossen. Das Unternehmen plant, bis zu 55,2 Millionen eigene Aktien zurückzukaufen. Dies entspricht etwa 2,3 Prozent des ausstehenden Kapitals.

Das Management stellt für die Maßnahme bis zu eine Milliarde Real bereit. Nach dem Kauf sollen die Papiere eingezogen werden. Die Konzernführung sieht den aktuellen Börsenkurs als deutlich unterbewertet an.

Parallel dazu laufen die Geschäfte in Südamerika profitabel. Das operative Ergebnis (EBITDA) stieg im ersten Halbjahr auf rund 3,6 Milliarden Real. Die Einnahmen im Festnetzsektor legten dabei um fast 25 Prozent zu.

Poste Italiane greift nach der Macht

Im Hintergrund läuft die Übernahme der Muttergesellschaft durch Poste Italiane. Das Gebot liegt bei etwa 10,8 Milliarden Euro. Das Management unterstützt den Plan, das ehemalige Staatsmonopol wieder unter staatliche Kontrolle zu bringen.

Die Annahmefrist für das Angebot endet voraussichtlich im September 2026. Damit der Deal steht, ist eine Mindestquote von zwei Dritteln der Anteile nötig. Die Ratingagentur Fitch stufte den Ausblick bereits auf „Positiv“ hoch.

An der Börse wird die Entwicklung gefeiert. Die Aktie notiert aktuell bei 7,66 Euro. Seit Jahresbeginn summiert sich das Plus damit auf 49 Prozent.

Der Konzern treibt unterdessen die eigene Digitalisierung voran. Bis 2027 sollen KI-Dienste und Rechenzentren das Wachstum stützen. Der Fokus liegt dabei klar auf der modernen Infrastruktur.

Für das Gesamtjahr 2026 bleibt der Vorstand zuversichtlich. Das Unternehmen strebt ein Umsatzplus von bis zu drei Prozent an. Der freie Cashflow soll bei etwa 1,8 Milliarden Euro liegen.

Die Transformation des italienischen Konzerns erreicht nun den entscheidenden Punkt. Mit dem Rückenwind aus Brasilien und der Poste-Offerte rückt die neue Eigentümerstruktur in Griffweite. Die Entscheidung im September klärt endgültig, ob die Verstaatlichung wie geplant gelingt.

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