Telecom Italia hat am heutigen Sonntag die Zahlen zum zweiten Quartal 2026 bestätigt. Der Konzern erzielte einen Nettogewinn von 104 Millionen Euro und schaffte damit die Rückkehr in die Gewinnzone nach einem Verlust im Vorjahreszeitraum. Der Umsatz kletterte auf 3,51 Milliarden Euro, ein Plus von 4,3 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal.
Turnaround bestätigt sich im Halbjahr
Die Quartalszahlen fügen sich in ein bereits am 6. August veröffentlichtes Bild: Im geprüften Halbjahresbericht wies Telecom Italia für das erste Halbjahr 2026 Erlöse von 6,8 Milliarden Euro aus, ein Anstieg von 2 Prozent zum Vorjahr. Das EBITDA nach Leasing lag bei 1,8 Milliarden Euro und damit 1,2 Prozent über dem Vorjahreswert. Konzernchef Pietro Labriola hatte bereits Ende Juli bei der Vorlage der Quartalszahlen die Ziele des Programms „Free to Run“ für die Jahre 2026 und 2027 bekräftigt und dabei eine Reduzierung des Verschuldungsgrads auf 1,6 bis 1,7 im Verhältnis zum EBITDA bis Ende des laufenden Jahres in Aussicht gestellt. Ende Juli hatte der Konzern zudem die erste Tranche seines Aktienrückkaufprogramms abgeschlossen und dabei das Ziel von 14 Millionen zurückgekauften Aktien erreicht. Anfang August kam mit dem „Climate Transition Plan“ ein weiteres Element der Industriestrategie 2026/2027 hinzu, das Investitionen von 540 Millionen Euro zur Verringerung des ökologischen Fußabdrucks vorsieht.
Poste-Angebot bleibt im Zentrum
Über den operativen Zahlen steht weiterhin die Übernahmeofferte von Poste Italiane. Der Verwaltungsrat von Telecom Italia hatte das Angebot am 18. Juli einstimmig zur Annahme empfohlen und die Konditionen als finanziell fair bezeichnet, wie Bloomberg berichtete. Poste Italiane veröffentlichte am 19. Juli das offizielle Angebotsdokument: Je Telecom-Italia-Stammaktie bietet der Konzern 1,67 Euro in bar sowie 0,218 neu ausgegebene Poste-Italiane-Aktien. Die freiwillige öffentliche Kauf- und Tauschofferte, die Telecom Italia mit rund 13,0 Milliarden Euro bewertet, läuft seit der Vorstandszustimmung im Juli und endet planmäßig am 11. September 2026.
Die Ratingagentur Moody’s reagierte am Freitag auf die laufende Transaktion und setzte das langfristige Emittentenrating „Ba1″ von Telecom Italia unter Beobachtung für ein mögliches Upgrade. Als Begründung nannte die Agentur die Aussicht auf eine verbesserte Kreditwürdigkeit, sollte die staatlich gestützte Übernahme durch Poste Italiane erfolgreich abgeschlossen werden. Für Anleger ist das ein Signal, dass die Bonitätsperspektive stark an den Ausgang des Übernahmeverfahrens gekoppelt ist – unabhängig von der operativen Erholung des Konzerns.
Aktie reagiert verhalten auf Nachrichtenflut
Trotz der Häufung positiver Unternehmensmeldungen fiel die Kursreaktion zuletzt gedämpft aus. Am Freitag schloss die Aktie bei 7,59 Euro, ein minimales Minus von 0,17 Prozent. Auf Wochensicht steht dennoch ein Plus von 3,29 Prozent, während sich der Titel auf Monatssicht um 5,84 Prozent verbilligt hat. Die Marktkapitalisierung beläuft sich auf 16,23 Milliarden Euro. Die Diskrepanz zwischen der operativen Gewinnwende und der verhaltenen Kursentwicklung dürfte auch daran liegen, dass der Markt den Kurs zunehmend an den Konditionen des Poste-Angebots ausrichtet statt an den laufenden Geschäftszahlen. Mit dem Ende der Annahmefrist am 11. September rückt der nächste entscheidende Termin für Aktionäre in Sichtweite – bis dahin dürfte die Übernahmeofferte den Kursverlauf stärker prägen als die operative Entwicklung des Konzerns.
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