Fünf Tage vor Ablauf der Annahmefrist nimmt das Übernahmeangebot von Poste Italiane für Telecom Italia spürbar an Fahrt auf. Bis zum Freitag hatten Aktionäre 93,45 Millionen Aktien angedient, was einer Annahmequote von 5,4767 Prozent der vom Angebot erfassten Papiere entspricht. Das Angebot läuft noch bis zum 11. September, wer Aktien am 10. oder 11. September kauft, kann sie nicht mehr andienen.
Annahmequote zieht Tag für Tag an
Der Anstieg der vergangenen Woche zeigt eine klare Beschleunigung: Von 3,3439 Prozent am 31. August über 3,7606 und 4,2228 Prozent stieg die Quote bis Freitag auf 5,4767 Prozent. Zwischen den einzelnen Meldetagen wechselten damit jeweils mehrere Millionen Aktien den Besitzer in Richtung des Angebots.
Anleger, die bislang zögerten, scheinen sich zunehmend zu entscheiden, bevor das Zeitfenster am 11. September endgültig schließt. Wie viele der ausstehenden Aktien am Ende tatsächlich angedient werden, bleibt bis zur letzten Handelssitzung offen – die kommende Woche dürfte die entscheidende sein.
An der Börse zeigt sich das Papier davon unbeeindruckt volatil: Am Freitag schloss die Aktie bei 7,75 Euro, ein minimales Minus von 0,2 Prozent. Damit notiert der Kurs weiterhin knapp über dem 50-Tage-Durchschnitt und spiegelt eine bemerkenswert ruhige Handelsphase kurz vor dem Fristende wider.
Sparkle testet quantensicheren Satellitenlink
Abseits der Übernahmedynamik meldete die Telecom-Italia-Tochter Sparkle einen technologischen Fortschritt: Gemeinsam mit Hellas Sat hat das Unternehmen eine quantensichere Satellitenverbindung zwischen Griechenland und Zypern realisiert.
Vorausgegangen war die Validierung einer quantensicheren IPsec-Verbindung zwischen zwei Rechenzentren in Griechenland, die anschließend auf eine reale Satellitenstrecke zwischen Athen und Zypern ausgeweitet wurde.
Für Telecom Italia ist das ein Signal, dass das Unternehmen auch inmitten der laufenden Übernahmesituation an strategischen Infrastrukturprojekten im internationalen Konnektivitätsgeschäft festhält.
Wettbewerbsumfeld bleibt angespannt
Der italienische Telekommarkt bleibt umkämpft. Reuters berichtete, dass der französische Anbieter Iliad im ersten Halbjahr ein um 2,2 Prozent gestiegenes EBITDAaL von 2 Milliarden Euro auswies, während der Italien-Umsatz um 10,2 Prozent auf 665 Millionen Euro zulegte. Das unterstreicht, dass Telecom Italia sich im Heimatmarkt weiterhin gegen aggressive Konkurrenz behaupten muss – ein Faktor, der auch nach einem möglichen Abschluss der Poste-Transaktion relevant bleibt.
Für Anleger verdichten sich damit zwei Handlungsstränge: die kurzfristige Entscheidung über das Andienen der Aktien bis zum 11. September und die längerfristige Frage, wie sich Telecom Italia operativ und technologisch gegen den Wettbewerb positioniert. Die kommenden Tage bis zur Fristfälligkeit dürften zeigen, wie viele Aktionäre sich letztlich für das Angebot entscheiden.
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