Telecom Italia Aktie: Board billigt Poste-Übernahme

Fitch stuft Telecom Italia auf Rating Watch Positive hoch. Die Aktie profitiert vom Übernahmeangebot der Poste Italiane und notiert fester.

Auf einen Blick:
  • Fitch setzt Rating auf Watch Positive
  • Poste-Italiane-Übernahme rückt näher
  • KKR eröffnet Standort in Mailand
  • Aktie seit Jahresbeginn um 49% gestiegen

Die strategische Neuausrichtung von Telecom Italia gewinnt an Dynamik und erhält nun auch vonseiten der Ratingagenturen Rückenwind. Nachdem das Board des italienischen Telekommunikationskonzerns das Übernahmeangebot von Poste Italiane positiv bewertet hat, reagierte die Ratingagentur Fitch mit einer Heraufstufung des Ausblicks. Die Aktie von Telecom Italia legte am heutigen Montag leicht zu und notiert bei 7,68 Euro, was einem Plus von 0,6 % entspricht.

Rating-Update folgt auf Übernahmeangebot

Am 11. August setzte Fitch das langfristige Emittentenausfallrating von Telecom Italia (BB+) auf „Rating Watch Positive“. Dieser Schritt folgt unmittelbar auf die Entscheidung des Verwaltungsrats, das Übernahmeangebot des italienischen Postdienstleisters Poste Italiane zu unterstützen.

Das Angebot war ursprünglich bereits im März dieses Jahres gestartet worden. Mit der nun erfolgten positiven Einschätzung durch das Board rückt eine erfolgreiche Umsetzung der Transaktion näher.

Der Annahmezeitraum für das Angebot von Poste Italiane läuft noch bis September. Marktbeobachter werten die Einstufung durch Fitch als Signal für eine verbesserte Kreditwürdigkeit des Unternehmens im Falle einer erfolgreichen Übernahme.

Sollte Poste Italiane eine ausreichende Beteiligung erwerben, könnte dies je nach finaler Anteilsgröße zu einem Delisting der Telecom-Italia-Aktie von der Börse führen. Während dieser Transformationsphase sicherte sich das Unternehmen zudem die Unterstützung institutioneller Investoren.

So gab Gabelli Merchant Partners am Freitag im Rahmen seines Jahresberichts bekannt, weiterhin Anteile an Telecom Italia zu halten, wobei der Kapitalerhalt als ein wesentliches Anlageziel genannt wurde.

KKR stärkt Präsenz im Infrastrukturgeschäft

Parallel zum laufenden Übernahmeprozess festigen internationale Partner ihre Position. Der US-Finanzinvestor KKR kündigte Anfang August die Eröffnung eines neuen Standorts in Mailand an.

Von dort aus sollen künftig die italienischen Aktivitäten gesteuert werden, wozu insbesondere die bedeutenden Infrastrukturinvestitionen in das Festnetz von Telecom Italia gehören. KKR ist ein zentraler Akteur bei der Abspaltung und Verwaltung der Netzinfrastruktur, was als Kernelement der langfristigen Strategie zur Schuldenreduzierung des Konzerns gilt.

An der Börse spiegelt sich die Zuversicht in den Umbauprozess deutlich wider. Seit Jahresbeginn verzeichnet die Aktie ein Kursplus von 49 %. Mit dem aktuellen Kursniveau notiert das Papier zudem rund 20 % über seinem gleitenden 200-Tage-Durchschnitt, der derzeit bei 6,40 Euro liegt.

Rückkehr zur Profitabilität und operativer Ausblick

Operativ konnte Telecom Italia zuletzt Fortschritte vermelden. Wie der Anfang August vorgelegte geprüfte Halbjahresbericht zeigt, kehrte der Konzern im zweiten Quartal in die Gewinnzone zurück. Für das gesamte erste Halbjahr 2026 verzeichnete das Unternehmen wachsende Umsätze und verbesserte Margen.

In diesem Zusammenhang bestätigte das Management auch die Finanzziele für den Zeitraum 2026 bis 2027. Angestrebt wird ein Umsatzwachstum der Gruppe zwischen 2 % und 3 % sowie ein Anstieg des bereinigten EBITDA nach Leasingverhältnissen um etwa 4,5 %.

Zusätzlich zur operativen Erholung setzt das Unternehmen auf Kapitalmaßnahmen und Nachhaltigkeit. Im Juni erwarb Telecom Italia im Rahmen eines Aktienrückkaufprogramms über 22,8 Millionen eigene Stammanteile für insgesamt rund 16,72 Millionen Euro.

Flankierend dazu stellte der Konzern Anfang des Monats seinen „Climate Transition Plan“ vor, der detaillierte Maßnahmen zur Reduzierung der Umweltauswirkungen digitaler Technologien und des gesamten Geschäftsbetriebs vorsieht.

Trotz der positiven operativen Signale passten Analysten laut Medienberichten ihre Kursziele leicht an; der Konsens der Schätzungen liegt aktuell bei rund 6,40 Euro, was die anhaltenden Herausforderungen bei Wachstumsraten und Gewinnmargen widerspiegelt.

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