Telecom Italia Aktie: 700 Millionen für Sparkle erwartet

Telecom Italia treibt den Verkauf der Tochter Sparkle für 700 Millionen Euro voran. Der Konzern zeigt sich nach Gewinn im zweiten Quartal stabil.

Auf einen Blick:
  • Sparkle-Verkauf für 700 Millionen Euro
  • EU-Zustimmung erteilt, US-Genehmigung ausstehend
  • Nettogewinn von 88 Millionen Euro im Q2
  • Übernahmeangebot von Poste Italiane läuft

Der italienische Telekommunikationsriese Telecom Italia (TIM) treibt seine strategische Neuausrichtung weiter voran. Im Zentrum der Bemühungen steht aktuell die Veräußerung der internationalen Infrastrukturtochter Sparkle.

Wie Medienberichte am vergangenen Freitag bestätigten, wird der Abschluss dieser Transaktion bis Ende des Jahres 2026 erwartet. Damit konkretisiert sich der Zeitplan für einen weiteren wichtigen Baustein der Schuldenreduzierung und Konzernverschlankung.

Strategische Neuausrichtung erreicht nächste Phase

Der geplante Verkauf von Sparkle wird mit einem Volumen von rund 700 Millionen Euro bewertet. Käufer ist das Konsortium Boost BidCo, das sich aus dem italienischen Ministerium für Wirtschaft und Finanzen sowie dem Unternehmen Retelit zusammensetzt.

Während die EU-Kommission dem Vorhaben bereits zugestimmt hat, steht die finale Genehmigung durch die US-Regulierungsbehörden noch aus. Diese Hürde gilt als entscheidend, da Sparkle über ein umfangreiches Unterseekabelnetz verfügt, das strategisch sensible Datenverbindungen zwischen Europa, Afrika und Amerika umfasst.

Die Veräußerung ist eng mit der allgemeinen Transformation von Telecom Italia verknüpft. Nach der bereits eingeleiteten Trennung vom Festnetzgeschäft soll die Abgabe von Sparkle die Bilanz weiter entlasten. Die Aktie notiert derzeit bei 7,63 Euro, was einer Marktkapitalisierung von etwa 16,12 Milliarden Euro entspricht.

Mit einem Relative-Stärke-Index (RSI) von 64,3 bewegt sich der Titel aktuell in einem neutralen bis leicht überkauften Bereich, was das Interesse der Anleger an der weiteren Umsetzung der Verkaufspläne widerspiegelt.

Solide Zahlen flankieren den Konzernumbau

Flankiert wird der Umbau von einer operativen Stabilisierung. Vor rund zwei Wochen legte das Unternehmen seine Ergebnisse für das erste Halbjahr 2026 vor. Der Gruppenumsatz stieg in diesem Zeitraum um 2 Prozent auf 6,8 Milliarden Euro.

Besonders positiv werteten Analysten die Rückkehr in die Gewinnzone im zweiten Quartal: Telecom Italia wies einen Nettogewinn von 88 Millionen Euro aus, nachdem im Vorjahreszeitraum noch ein Verlust von 8 Millionen Euro zu Buche gestanden hatte.

Auf Basis dieser Entwicklung bekräftigte das Management die Ziele für die Geschäftsjahre 2026 und 2027. Für das laufende Jahr strebt der Konzern ein Umsatzwachstum von 2 bis 3 Prozent sowie eine Steigerung des EBITDA nach Leasingraten um 5 bis 6 Prozent an.

Die Verschuldungsquote soll zudem unter das 1,7-Fache des EBITDA sinken. Diese Stabilität ist für den Konzern essenziell, um die laufenden Konsolidierungsschritte ohne finanziellen Druck durchführen zu können.

Übernahmeangebot von Poste Italiane läuft weiter

Parallel zu den Verkaufsbemühungen bei Sparkle bleibt die Eigentümerstruktur von Telecom Italia in Bewegung. Vor rund einem Monat startete das offizielle Übernahmeangebot von Poste Italiane.

Die Annahmefrist für die Offerte läuft noch bis zum 11. September. Das Angebot sieht eine Kombination aus einer Barzahlung in Höhe von 1,67 Euro sowie 0,218 neu ausgegebenen Poste-Aktien pro TIM-Anteilsschein vor. Insgesamt bewertet die Offerte das Unternehmen mit mehr als 11 Milliarden Euro.

Trotz der laufenden Übernahmeaktivitäten mahnen Marktbeobachter zur Vorsicht hinsichtlich der künftigen Bewertung. Medienberichten zufolge wurde das Konsens-Kursziel der Analysten am vergangenen Donnerstag leicht von 6,50 Euro auf rund 6,40 Euro nach unten korrigiert.

Als Gründe für diese Anpassung werden veränderte Annahmen zum Fair Value und potenzielle Ausführungsrisiken bei der komplexen Aufspaltung des Konzerns genannt. Dennoch bleibt die Erwartungshaltung groß, dass der Abschluss des Sparkle-Verkaufs die finanzielle Flexibilität von Telecom Italia nachhaltig stärken wird.

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