Die britische Regierung plant neue Hilfen für Erstkäufer von Wohneigentum. Mit dem Eigenkapital-Darlehensprogramm „Your First Home“, dessen Details im Haushaltsentwurf für Oktober vorgestellt werden sollen, zeichnet sich für den britischen Wohnungsbausektor frischer politischer Rückenwind ab.
Laut Reuters reagierten die Papiere von Taylor Wimpey und weiteren Branchenvertretern mit deutlichen Kursgewinnen auf die Aussicht auf eine anziehende Nachfrage.
Am gestrigen Mittwoch schloss die Aktie von Taylor Wimpey bei 1,02 Euro. Innerhalb der vergangenen sieben Tage legte der Titel um 12 Prozent zu. Mit der jüngsten Erholung beläuft sich der Börsenwert des Unternehmens auf rund 3,56 Milliarden Euro.
Konzernchefin Daly fordert Entlastung für Erstkäufer
Die Initiative der Regierung greift Forderungen auf, die Taylor-Wimpey-Chefin Jennie Daly am 21. September öffentlich formuliert hatte. Daly warnte davor, dass hohe Regulierungskosten und die zögerliche Nachfrage den Neubau von Wohnungen spürbar gefährdeten.
Vor diesem Hintergrund mahnte sie eine Überprüfung der regulatorischen Belastungen an und forderte eine Neuauflage des Förderprogramms „Help to Buy“ oder eine vergleichbare Unterstützung für Erstkäufer.
Nach Bekanntwerden der staatlichen Pläne am Montag begrüßte die Konzernchefin den Schritt. Der Vorstoß zielt genau auf die Kernklientel des Hausbauers ab, nachdem steigende Zinsen und makroökonomischer Druck den Marktzugang für junge Käufer zuletzt erschwert hatten. Medienberichten zufolge hatte UBS die Einstufung der Aktie am 10. September zunächst mit einer Verkaufsempfehlung aufgenommen, was die anhaltenden Branchenrisiken unterstrich.
Fortlaufender Aktienrückkauf und veränderte Aktionärsstruktur
Parallel zu den politischen Entwicklungen setzt der Wohnungsbauer seine Kapitalmaßnahmen fort. Taylor Wimpey meldete am Montag den Erwerb von 2.810.000 eigenen Aktien, die zwischen dem 21. und 25. September über das laufende Rückkaufprogramm erworben wurden. Das Unternehmen beabsichtigt, diese Papiere einzuziehen.
Nach diesen Transaktionen bezifferte der Konzern die Gesamtzahl der Stimmrechte auf 3.467.139.497. Bereits in der Vorwoche hatte der Konzern gemeldet, zwischen dem 14. und 18. September über 2,8 Millionen eigene Anteile für die spätere Einziehung zurückgekauft zu haben.
Verschiebungen gibt es derweil im Aktionärskreis: Der US-Vermögensverwalter BlackRock meldete am Dienstag, dass sein Gesamtanteil aus Stimmrechten und Finanzinstrumenten am 28. September unter eine Meldeschwelle gefallen ist. Die Beteiligung sank von 12,01 Prozent auf 11,38 Prozent.
Davon entfallen 8,31 Prozent auf direkte Stimmrechte an Aktien sowie 3,07 Prozent auf Finanzinstrumente. Während Großinvestoren Positionen anpassen, richten sich die Blicke der Marktteilnehmer auf die konkrete Ausgestaltung des staatlichen Hilfsprogramms im anstehenden Oktober-Haushalt.
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