Behörde sieht Verstöße nach jahrelanger Prüfung
Indiens Wettbewerbsbehörde CCI ermittelt seit 2021 wegen mutmaßlicher Kartellabsprachen in der Stahlbranche – nun liegt ein brisanter Zwischenstand vor. In einem vertraulichen Dokument vom 6. Oktober, das Reuters nach eigenen Angaben einsehen konnte, kommt die CCI zu dem Ergebnis, dass Tata Steel, JSW Steel, der Staatskonzern SAIL sowie 25 weitere Unternehmen gegen das Wettbewerbsrecht verstoßen haben sollen. Auslöser der Ermittlungen war eine Beschwerde von Bauunternehmen, die den großen Herstellern vorwarfen, die Preise künstlich nach oben getrieben zu haben.
Die Vorwürfe richten sich nicht nur gegen die Firmen, sondern auch gegen Einzelpersonen. Insgesamt 56 Top-Manager – darunter JSW-Chef Sajjan Jindal und Tata-Steel-CEO T.V. Narendran – werden demnach persönlich für Preisabsprachen in verschiedenen Zeiträumen zwischen 2015 und 2023 verantwortlich gemacht. Im Zuge der Untersuchung hatte die CCI bereits 2022 kleinere Stahlunternehmen durchsucht und später auf 31 Firmen sowie Dutzende Führungskräfte ausgeweitet.
WhatsApp-Chats sollen Absprachen belegen
Ein weiteres internes CCI-Papier vom Juli 2025 liefert Hinweise auf die Beweislage. Demnach stellte die Behörde WhatsApp-Nachrichten zwischen regionalen Branchenverbänden sicher, die auf Preisabsprachen und koordinierte Produktionskürzungen hindeuten sollen. Die Coimbatore Corporation Contractors Welfare Association hatte 2021 vor einem Gericht im Bundesstaat Tamil Nadu geltend gemacht, Stahlunternehmen hätten die Preise innerhalb von sechs Monaten bis März 2021 um 55 Prozent angehoben.
Die CCI kann Strafen von bis zum Dreifachen des Gewinns oder bis zu zehn Prozent des Jahresumsatzes verhängen – maßgeblich ist jeweils der höhere Wert. Angesichts der Umsatzgrößen könnte das für einzelne Konzerne teuer werden: JSW Steel kam im vergangenen Geschäftsjahr auf 14,2 Milliarden Dollar Umsatz, Tata Steel auf 14,7 Milliarden Dollar. JSW hält laut den Angaben 17,5 Prozent Marktanteil, Tata Steel 13,3 Prozent und SAIL zehn Prozent.
Nun sind die betroffenen Unternehmen am Zug. Sie können zu den Vorwürfen Stellung nehmen; JSW Steel und SAIL sollen die Anschuldigungen bereits zurückgewiesen haben. Zudem forderte die CCI die Firmen auf, geprüfte Finanzberichte für die acht Geschäftsjahre bis 2023 vorzulegen. Bis zu einer endgültigen Entscheidung und einer öffentlichen Bekanntgabe dürfte es angesichts des Umfangs der Ermittlungen noch Monate dauern. Anleger werden genau verfolgen, wie die Unternehmen argumentieren – und welche finanziellen Risiken daraus konkret entstehen.
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