Take-Two Interactive hat die vertragliche Basis für Veröffentlichungen auf den Konsolen von Microsoft neu geordnet. Wie aus einer Pflichtmitteilung an die US-Börsenaufsicht SEC hervorgeht, schlossen der US-amerikanische Spielepublisher und Microsoft ein neues, langfristiges Xbox Publisher License Agreement ab.
Die Vereinbarung ersetzt sämtliche zuvor bestehenden Lizenzverträge zwischen beiden Unternehmen und bestimmt die Konditionen für alle Xbox-kompatiblen Produkte über sämtliche Geräte der Xbox-Familie hinweg.
Klare Erlösmodelle und Genehmigungsvorbehalte
Das neue Vertragswerk wurde am 28. September unterzeichnet und trat bereits rückwirkend zum 17. September in Kraft. Die Vereinbarung legt detaillierte finanzielle Regelungen für den Vertrieb fest.
Für digitale Verkäufe, die Microsoft über die platzierten Stores abwickelt, erhält Take-Two definierte Großhandelspreise oder vereinbarte prozentuale Umsatzbeteiligungen. Für Titel, die auf physischen Datenträgern erscheinen, regelt der Kontrakt gesonderte Gebühren sowie anfallende Lizenzabgaben an den Konsolenhersteller.
Gleichzeitig sichert sich Microsoft im Rahmen der Lizenzvergabe weitreichende Kontrollrechte. Der Plattformbetreiber behält ausdrücklich die Genehmigungshoheit über neue Spielkonzepte und muss auch die finalen Versionen der Software vor der Markteinführung prüfen und freigeben. Damit schafft die Vereinbarung zwar langfristige Planungssicherheit für die Veröffentlichung von Titeln auf den Xbox-Plattformen, bindet Take-Two jedoch weiterhin an die formalen Prüfprozesse des Konsolenherstellers.
Strategischer Plattform-Fokus und gesellschaftsrechtliche Anpassungen
Die vertragliche Absicherung des Konsolengeschäfts steht im Kontext einer breiteren Aufstellung des Publishers. Auf der virtuellen Hauptversammlung vor gut drei Wochen unterstrich CEO Strauss Zelnick, dass der PC als Plattform für das Unternehmen eine zunehmend wichtige Rolle einnimmt.
Zudem passte der Konzern vor gut drei Wochen seine gesellschaftsrechtlichen Statuten an: Die Aktionäre stimmten einer Änderung der Gründungsurkunde zu, um die persönliche Haftung bestimmter leitender Angestellter im nach dem Recht des US-Bundesstaates Delaware zulässigen Rahmen zu begrenzen.
Marktbewertung bleibt auf Jahressicht gedrückt
An den Finanzmärkten verzeichnet der Titel auf Jahressicht deutliche Einbußen. Die Aktie von Take-Two Interactive notiert bei 181,50 Euro, womit sich der Kursverlust seit Jahresanfang auf 16 Prozent beläuft. Die Marktkapitalisierung des Konzerns beziffert sich auf 33,81 Milliarden Euro.
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