Die Marketing-Maschinerie rund um den Hoffnungsträger Grand Theft Auto VI (GTA VI) nimmt Fahrt auf. Nachdem die Vorbestellungen für den am 19. November erscheinenden Titel bereits angelaufen sind, rückt nun der 27. August als nächster Meilenstein in den Fokus.
An diesem Tag gewährt Rockstar Games über den Streaming-Dienst Netflix einen exklusiven ersten Einblick in das Spiel, bevor das Material sechs Stunden später auf YouTube und der offiziellen Website veröffentlicht wird. Take-Two-Chef Strauss Zelnick bezeichnete den Start der Vorbetellungsphase als beispiellos für die gesamte Branche.
Analysten erhöhen Kursziele deutlich
Die positive Resonanz auf die kommenden Veröffentlichungen hat am Montag zu einer Reihe von Zielpreisanpassungen geführt. Die Analysten von Wells Fargo hoben ihr Kursziel für Take-Two von 289 auf 300 US-Dollar an und untermauerten ihre Einstufung mit „Overweight“.
Auch Oppenheimer zeigte sich optimistisch und passte den Zielwert von 265 auf 280 US-Dollar an, wobei die Einstufung auf „Outperform“ belassen wurde. Zuvor hatte bereits JPMorgan die Aktie in seine „Analyst Focus List“ aufgenommen.
Diese Zuversicht der Marktexperten speist sich vor allem aus dem Potenzial von GTA VI, das mit einem für Mainstream-Spiele neuen Preispunkt von 79,99 US-Dollar in den Markt gehen wird. Roth Capital erhöhte das Kursziel am vergangenen Freitag ebenfalls leicht auf 300 US-Dollar. Die Analysten bewerten dabei die Dynamik der Vorbestellungen höher als kurzfristige Ergebnisschwankungen.
Insiderverkäufe und operative Kontraste
Trotz der Euphorie um den kommenden Blockbuster gab es am Montag Bewegungen in der Führungsebene. CEO Strauss Zelnick veräußerte laut einer Pflichtmitteilung an die US-Börsenaufsicht SEC Stammaktien im Wert von rund 10,1 Millionen US-Dollar.
Die Transaktion umfasste 39.900 Anteile. Solche Verkäufe sind bei US-Technologieunternehmen nicht ungewöhnlich, werden von Anlegern jedoch genau beobachtet, wenn sie mit strategischen Produktankündigungen zusammenfallen.
Operativ zeigt Take-Two ein zweigeteiltes Bild. Während die Basketball-Simulation NBA 2K Rekordwerte bei den Spielerzahlen verzeichnete – die durchschnittlich gespielten Partien pro Nutzer stiegen um 35 % –, schwächelt das Mobilgeschäft.
In diesem Segment verzeichnete das Unternehmen im ersten Geschäftsquartal einen Umsatzrückgang von 7 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Auch die wiederkehrenden Konsumausgaben sanken leicht um 1 %, schnitten damit aber immer noch besser ab als die ursprünglich prognostizierten 3 % Rückgang.
Ausblick auf den Herbst
Für das laufende Geschäftsjahr 2027 hält das Management an seiner Prognose für die Net Bookings in einer Spanne von 8,0 bis 8,2 Milliarden US-Dollar fest. Ein Dämpfer im ersten Quartal resultierte aus einer Wertminderung für einen gestrichenen Titel eines Drittanbieters, was den Nettoverlust vorübergehend weitete. Die nächste detaillierte Bilanzvorlage ist für den 11. November geplant, unmittelbar vor dem Release von GTA VI.
An der Börse wird die Aktie derzeit bei 209,00 € gehandelt. Damit notiert das Papier etwa 6,1 % über dem gleitenden Durchschnitt der letzten 200 Tage. Bis zum Erreichen des 52-Wochen-Hochs von 231,40 € müsste der Wert um rund 9,7 % zulegen. Die Marktteilnehmer richten ihren Blick nun verstärkt auf die Präsentation Ende August, um weitere Rückschlüsse auf die Monetarisierung des wichtigsten Projekts in der Unternehmensgeschichte zu ziehen.
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