Ein massiver Datenleck erschüttert Take-Two Interactive nur wenige Wochen vor der geplanten Netflix-Enthüllung von Grand Theft Auto 6. Die Gruppe CyberLeek veröffentlichte ab Dienstag Gameplay-Material und Kartenausschnitte des mit Spannung erwarteten Titels – offenbar aus einem spielbaren Build.
Die Folge: Take-Two verlor an der Börse rund 2,83 Milliarden US-Dollar an Marktkapitalisierung, die Aktie fiel von 248,13 auf zeitweise unter 232 US-Dollar.
Der Kursrutsch traf ein Papier, das sich zuletzt ohnehin in einer Schwächephase befand. Im deutschen Handel schloss die Aktie am Donnerstag bei 205,80 Euro, nach einem Plus von 1,4 Prozent auf Tagessicht. Über die vergangenen sieben Handelstage steht dennoch ein Minus von 3,5 Prozent zu Buche – ein Nachhall der Leak-Turbulenzen der vergangenen Tage.
CEO bestätigt Termin trotz Leck
Take-Two-Chef Strauss Zelnick reagierte auf die Vorfälle mit einem TikTok-Interview, in dem er den Starttermin von GTA 6 für den 19. November erneut bekräftigte. Er betonte die Integrität des Entwicklungsprozesses als entscheidenden Erfolgsfaktor – trotz der Leaks und trotz zweier vorangegangener Verzögerungen des Spiels.
Rockstar, die Tochtergesellschaft hinter dem Titel, plant für den 27. August eine offizielle Enthüllung über Netflix, die durch die vorzeitigen Enthüllungen nun an Überraschungseffekt einbüßen dürfte.
Berichten zufolge rückte im Zuge der Aufarbeitung auch der indische Rockstar-Standort in Bengaluru in den Fokus der Spekulationen. Das Studio, seit 2016 aktiv und 2019 durch die Übernahme von Dhruva Interactive verstärkt, beschäftigt dort rund 300 Mitarbeiter. Eine bestätigte Verbindung zum Leck besteht bislang jedoch nicht.
Größere Einordnung: Volatilität bleibt hoch
Trotz des Rückschlags bleibt die Marktkapitalisierung von Take-Two mit 38,79 Milliarden Euro auf hohem Niveau. Die Aktie notiert derzeit 11 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 231,40 Euro, das erst im Juli erreicht wurde – ein Hinweis darauf, dass der jüngste Vertrauensverlust noch nicht vollständig eingepreist scheint, die grundsätzliche Erwartungshaltung der Anleger an GTA 6 aber intakt bleibt.
Die Volatilität des Papiers ist mit 37 Prozent auf 30-Tage-Sicht deutlich erhöht – ein Zeichen dafür, wie nervös der Markt auf jede Nachricht rund um den Blockbuster-Titel reagiert.
Für Anleger dürfte der 27. August damit zum nächsten wichtigen Prüfstein werden: Gelingt es Rockstar, mit der offiziellen Netflix-Präsentation die Erzählhoheit zurückzugewinnen, oder hat der Leak dem Überraschungsmoment bereits zu viel vorweggenommen? Der Ausgang dürfte maßgeblich darüber entscheiden, wie sich die Aktie in den Wochen bis zum Launch am 19. November entwickelt.
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