Take-Two Interactive rückt mit einer klaren Produktentscheidung ins Rampenlicht: Rockstar North hat bestätigt, dass GTA VI beim Start ohne Mikrotransaktionen und ohne generative Künstliche Intelligenz im Singleplayer-Modus erscheint. Co-Studio-Leiter Rob Nelson bekräftigte dies gegenüber dem Podcast Kinda Funny Games, Take-Two-CEO Strauss Zelnick ergänzte, generative KI habe „null Anteil“ an der Entwicklung des Spiels.
Die Ankündigung fällt in eine Woche, in der GTA VI ohnehin im Zentrum der Aufmerksamkeit steht. Rockstar zeigte am Donnerstag gemeinsam mit Netflix eine exklusive Vorschau, die auf der Streaming-Plattform einen deutlichen Zuschauerzuwachs auslöste.
Nach Angaben des Sensor-Tower-Analysten Abe Yousef verzeichnete Netflix direkt nach Beginn der Übertragung 30 Prozent mehr Zuschauer, im Vergleich zum Vortag stieg die Nutzung um die Hälfte. Der Trailer selbst erreichte nach einem Tag auf YouTube fast 10 Millionen Aufrufe, dort erschien er allerdings erst sechs Stunden nach der Netflix-Premiere.
Kein Preis- oder Monetarisierungsdruck bei Launch
Der Verzicht auf Mikrotransaktionen ist für Anleger insofern bemerkenswert, als das Geschäftsmodell von Take-Two nach Aussage von Zelnick zu über 90 Prozent digital ausgerichtet ist.
Dass Rockstar bei einem derart teuren Projekt auf zusätzliche Monetarisierungsschichten im Story-Modus verzichtet, signalisiert Vertrauen in den Erfolg des Basisverkaufs. Die Preise stehen fest: 79,99 US-Dollar für die Standard Edition, 99,99 US-Dollar für die Ultimate Edition. Eine PC-Version ist erst für 2027 vorgesehen.
Die Entwicklungskosten von GTA VI werden von Analysten auf 1 bis 1,5 Milliarden US-Dollar geschätzt, Zelnick selbst nannte keine konkrete Zahl, sprach aber davon, dass die Produktion „teuer“ gewesen sei und das Unternehmen „unbegrenzte finanzielle, kreative und personelle Ressourcen“ bereitgestellt habe.
Zum Vergleich: GTA V kostete 2013 rund 265 Millionen US-Dollar, Red Dead Redemption 2 etwa 540 Millionen US-Dollar. Der Vorgänger spielte am ersten Verkaufstag rund 800 Millionen US-Dollar ein und erzielte über die Jahre einen Gesamtumsatz von etwa 10 Milliarden US-Dollar bei mehr als 225 Millionen verkauften Einheiten.
Kursreaktion bleibt verhalten
An der Börse zeigt sich die Aktie trotz der Nachrichtenflut wenig euphorisch. Am Freitag schloss das Papier bei 202,80 Euro, ein Plus von 1,4 Prozent auf Tagesbasis, notiert damit aber weiterhin rund 12 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 231,40 Euro aus dem Juli. Auf Monatssicht steht ein Minus von 5,6 Prozent zu Buche, der RSI von 45,2 deutet auf eine neutrale bis leicht schwache Marktstimmung hin.
Der Termin für den Launch von GTA VI bleibt der 19. November, das Spiel erscheint zunächst exklusiv für PlayStation 5 und Xbox Series X/S. Schauplatz ist die fiktive Region Leonida mit der Stadt Vice City, spielbare Hauptfiguren sind Jason Duval und Lucia Caminos.
Ob der Verzicht auf Mikrotransaktionen und KI-generierte Inhalte sich als Vertrauenssignal für Anleger auszahlt, dürfte sich erst nach dem Marktstart im November zeigen – bis dahin bleibt die Rockstar-Kommunikation der wichtigste Kurstreiber für die Aktie.
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