Take-Two Interactive steht vor dem nächsten großen Termin: den Quartalszahlen im August. Bis dahin zeigt sich ein gespaltenes Bild. Analysten heben ihre Kursziele kräftig an, während einzelne Fonds ihre Anteile radikal reduzieren.
Die Aktie schloss am Freitag bei 204,20 Euro, ein Plus von 0,89 Prozent zum Vortag. Damit bewegt sich der Kurs praktisch exakt auf Höhe des 50-Tage-Durchschnitts von 203,40 Euro. Vom Rekordhoch bei 231,40 Euro, erreicht am 7. Juli, trennen die Aktie noch immer fast zwölf Prozent.
Analysten uneins, aber mehrheitlich optimistisch
Von 19 Analysten, die Take-Two aktuell covern, empfehlen 17 die Aktie zum Kauf, einer sogar mit „Strong Buy“. Nur ein Haus rät zum Halten, ein weiteres zum Verkauf. In der Summe ergibt das ein „Moderate Buy“ – ein insgesamt konstruktives, aber keineswegs einstimmiges Bild.
Die Kursziel-Bewegungen der vergangenen Tage fallen deutlich bullish aus. BMO Capital Markets hob sein Ziel von 280 auf 285 US-Dollar an und bestätigte „Outperform“. Wells Fargo zog von 287 auf 289 US-Dollar nach, mit einem „Overweight“-Rating.
Am auffälligsten agiert Bank of America: Das Institut springt mit seinem Kursziel von 320 auf 368 US-Dollar – ein deutlicher Sprung, der auf erhebliches Vertrauen in die langfristige Wachstumsstory hindeutet. Weiss Ratings bleibt dagegen bei seiner skeptischen Linie und bestätigt ein „Sell (D-)“. Die Kluft zwischen fundamentalorientierten und momentumgetriebenen Einschätzungen könnte kaum größer sein.
Institutionelle Anleger bauen Positionen radikal um
Während die Analystenseite mehrheitlich zuversichtlich bleibt, zeigt sich bei den großen Fondsgesellschaften erhebliche Bewegung. CI Investments reduzierte seine Take-Two-Position im ersten Quartal um 76,6 Prozent und hält nun nur noch 8.359 Aktien. Andere Häuser wie Mediolanum International Funds und LBP AM SA bauten ihre Bestände im Juli dagegen aus.
Die Eigentümerstruktur bleibt insgesamt stark konzentriert. Institutionelle Investoren halten 88,05 Prozent der Anteile, Insider kommen auf 40,12 Prozent. Privatanleger spielen mit 0,00 Prozent praktisch keine Rolle. Größter Einzelaktionär bleibt Carl Icahn mit 35,95 Millionen Aktien, das entspricht 19,36 Prozent des Unternehmens.
Der Blick richtet sich auf den 7. August
Take-Two will die Zahlen zum ersten Geschäftsquartal des Fiskaljahres 2027 – mit Stichtag 30. Juni 2026 – am Freitag, den 7. August 2026, vor Handelsbeginn vorlegen. Analysten rechnen im Vorfeld mehrheitlich mit einem Gewinnrückgang gegenüber dem Vorjahr. Der Grund: kurzfristiger Kostendruck trifft auf die Erwartungshaltung rund um kommende Blockbuster-Titel im Portfolio.
Der RSI von 44,6 signalisiert derzeit weder überkaufte noch überverkaufte Bedingungen – ein neutraler Zustand nach einem wechselhaften Sommer. Bis zur Vorlage der Quartalszahlen dürfte sich daran wenig ändern. Die Frage, ob die optimistischen Kursziele der Analysten oder die vorsichtigen Signale mancher Fondsmanager die Oberhand behalten, entscheidet sich frühestens am 7. August.
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