Die Aktie von Take-Two verliert heute 1,11 Prozent und notiert bei 213,80 Euro. Der Rückgang wirkt gering angesichts dessen, was Analysten gerade für die Zukunft des Konzerns durchrechnen: ein Ökosystem rund um Grand Theft Auto VI, das weit über den Verkaufsstart hinausreichen soll.
Vom 52-Wochen-Hoch bei 231,40 Euro, erreicht am 7. Juli, hat sich der Kurs um 7,6 Prozent entfernt. Auf Monatssicht steht dennoch ein Plus von 17,21 Prozent zu Buche. Der 50-Tage-Durchschnitt liegt bei 200,69 Euro, der Kurs damit klar darüber.
GTA Online 2.0 als eigentlicher Werttreiber
Die Analysten von MoffettNathanson veröffentlichten am 10. Juli eine Studie mit einer klaren These. Nicht der reine Spieleverkauf mache die Investmentstory aus, sondern die geplante Weiterentwicklung der Online-Plattform. „GTA Online 2.0“ soll den Kauf von GTA VI voraussetzen und parallel zur bisherigen Version laufen.
Diese aktuelle Version generiert seit über zwölf Jahren wiederkehrende Einnahmen. Genau darin liegt laut den Analysten der eigentliche Hebel: Live-Service-Modelle verlängern den Lebenszyklus großer Titel erheblich. Der erste Verkaufserlös ist demnach nur der Auftakt, nicht der Höhepunkt.
Vorbestellungen brechen Rekorde
Zahlen von B. Riley vom 10. Juli untermauern die Erwartungen. GTA VI war zwischen dem 25. Juni und 8. Juli das meistvorbestellte Spiel auf allen großen Plattformen – PlayStation Store, Xbox Live, Amazon und GameStop eingeschlossen. B. Riley bestätigte seine Kaufempfehlung und verwies auf eine starke Nachfrage nach der 99,99-Dollar-Ultimate-Edition gegenüber der 79,99-Dollar-Standardversion.
Die Prognosen für den Titel sind ambitioniert:
- Verkaufsziel: Take-Two rechnet mit 37 Millionen verkauften Einheiten in den ersten vier Monaten nach Release.
- Historischer Vergleich: GTA V benötigte acht Monate, um 33 Millionen Einheiten zu erreichen.
- Plattform-Präferenz: Die Vorbestellungen zeigen ein Verhältnis von 3:1 zugunsten der PlayStation 5 gegenüber Xbox Series X/S.
- Umsatzschätzung: B. Riley erwartet Netto-Buchungen von 2,5 Milliarden Dollar bis zum Ende des Geschäftsjahres 2027.
Institutionelle Anleger bauen Positionen auf
Aktuelle Meldungen zu Fondsbeständen zeigen eine deutliche Bewegung. Munich Re erhöhte seinen Anteil an Take-Two im ersten Quartal 2026 um 111,5 Prozent. Norges Bank baute im gleichen Zeitraum eine neue Position im Wert von rund 735 Millionen Dollar auf.
Auf der anderen Seite trennten sich Insider von Aktien. CEO Strauss Zelnick verkaufte am 1. Juni 208.969 Aktien zu einem Durchschnittspreis von 227,34 Dollar. Director Jon J. Moses veräußerte am 15. Juni 500 Aktien zu 215,22 Dollar. Das durchschnittliche Kursziel der Analysten liegt derzeit bei etwa 293 Dollar.
Der Blick auf die kommenden Wochen
Take-Two meldet die Zahlen zum ersten Quartal des Geschäftsjahres 2027 am 7. August. Der Markt erwartet einen bereinigten Gewinn je Aktie von 0,34 Dollar sowie Netto-Buchungen von 1,35 Milliarden Dollar.
Bereits am 14. Juli bringt Rockstar Games mit „The Kortz Center Heist“ ein neues DLC für das laufende GTA Online. Manche Analysten werten dieses Update als eine der letzten großen Erweiterungen, bevor sich das Franchise vollständig auf den Launch von GTA VI am 19. November ausrichtet.
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