Ein Spiel, das noch gar nicht erschienen ist, treibt gerade den Kurs von Take-Two auf immer neue Höhen. Am Montag markierte die Aktie bei 226,00 Euro ein neues 52-Wochen-Hoch. Der Grund: gewaltige Vorbestellzahlen für Grand Theft Auto VI, das offiziell erst am 19. November 2026 erscheint.
Milliarden-Vorbestellungen befeuern die Fantasie
Schätzungen, die am 2. und 6. Juli 2026 kursierten, sprechen von rund einer Milliarde Dollar Umsatz allein in der ersten Stunde nach Öffnung des Vorbestellfensters. Bestätigt haben weder Entwickler Rockstar Games noch Mutterkonzern Take-Two diese Zahlen offiziell. Einige Marktbeobachter gehen davon aus, dass inzwischen mehr als 39 Millionen Exemplare vorbestellt wurden.
Take-Two verlangt für das Spiel überdurchschnittlich viel Geld. Die Standard-Edition kostet 79,99 Dollar, die Ultimate Edition 99,99 Dollar. Diese Preisstrategie scheint Anleger nicht abzuschrecken, im Gegenteil: In den vergangenen 30 Tagen legte die Aktie um 22,63 Prozent zu.
Analysten sehen mehr als nur ein Spiel
BMO Capital Markets hob am 25. Juni 2026 sein Kursziel für Take-Two von 280 auf 285 Dollar an. Die Einstufung „Outperform“ bleibt bestehen. Die Bank begründet die Anhebung nicht nur mit GTA VI, sondern auch mit der breiteren Produktpipeline des Konzerns.
Take-Two plant bis zum Geschäftsjahr 2029 insgesamt 29 neue Veröffentlichungen. Der Konzern will sein Portfolio damit breiter aufstellen. Dazu zählen 15 Fortsetzungen etablierter Marken, acht Sporttitel und drei komplett neue Marken – darunter der Shooter Judas.
Überhitzte Technik, Insider verkauft
Der Höhenflug hat die Aktie inzwischen 14,22 Prozent über ihren 50-Tage-Durchschnitt von 197,86 Euro getrieben. Der 14-Tage-RSI liegt bei 74,7 Punkten – ein Wert, der auf eine überkaufte Situation hindeutet. Zum Vergleich: Vom 52-Wochen-Tief bei 159,24 Euro im Februar hat sich die Aktie um fast 42 Prozent entfernt.
Parallel zur Rally gab es auch Verkäufe aus dem eigenen Haus. Daniel P. Emerson, Chief Legal Officer von Take-Two, verkaufte am 15. Juni 2026 insgesamt 4.421 Aktien im Wert von 950.515 Dollar. Die Transaktion erfolgte im Rahmen eines Rule-10b5-1-Handelsplans, den Emerson bereits am 3. März 2026 aufgesetzt hatte – solche automatisierten Verkaufspläne gelten grundsätzlich nicht als Vertrauenssignal gegen das Unternehmen.
Bis zum Verkaufsstart im November bleibt reichlich Zeit, in der sich die aktuellen Vorbestellschätzungen noch verändern können. Offizielle Zahlen von Rockstar Games oder Take-Two selbst stehen weiterhin aus.
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