Take-Two Interactive hat im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2026 deutlich mehr verdient als der Markt erwartet hatte. Die Netto-Bookings kletterten auf 1,76 Milliarden Dollar und lagen damit 28 Prozent über dem Vorjahreswert – Analysten hatten im Schnitt nur 1,58 Milliarden Dollar auf dem Zettel. Das Unternehmen reagierte prompt und hob die Jahresprognose für die Bookings auf eine Spanne von 6,65 bis 6,7 Milliarden Dollar an, nachdem der Konsens zuvor bei 6,47 Milliarden Dollar gelegen hatte. Gleichzeitig senkte Take-Two die Verlustprognose auf einen Nettoverlust zwischen 369 und 338 Millionen Dollar.
Im Zentrum der Anlegerfantasie steht weiterhin Grand Theft Auto VI. Der Starttermin am 19. November 2026 wurde im Rahmen der Quartalszahlen erneut bestätigt, nachdem das Spiel gegenüber einem ursprünglichen Zeitplan für das Frühjahr 2025 um rund 18 Monate verschoben worden war. Firmenchef Strauss Zelnick begründete die Verzögerung mit dem Streben nach Perfektion und zeigte sich zuletzt demonstrativ zuversichtlich: „I feel good about it. Very good about it.“ Das Entwicklungsbudget wird auf 1 bis 1,5 Milliarden Dollar geschätzt. Zelnick deutete zudem an, nach dem Launch von GTA VI gezielt in weitere Studio-Übernahmen zu investieren, und verwies auf die vergangenen Integrationen von Zynga und Gearbox als Blaupause. Als mögliche Ziele kursieren am Markt Namen wie Remedy Entertainment oder Ubisoft, offiziell bestätigt ist hierzu bislang nichts.
Analysten bleiben trotz Rücksetzern optimistisch
Die Reaktion der Analystenhäuser auf die Zahlen fiel überwiegend positiv aus. Wells Fargo bestätigte sein Overweight-Rating und hob das Kursziel auf 289 Dollar an, Piper Sandler votiert ebenfalls mit Overweight, BMO erhöhte sein Ziel auf 285 Dollar mit Outperform-Einstufung. Am optimistischsten zeigt sich Bank of America mit einem Kursziel von 368 Dollar und einer Buy-Empfehlung. Im Konsens ergibt sich für Take-Two ein Moderate-Buy-Rating mit einem durchschnittlichen Kursziel von 293 Dollar. Ein kurzzeitiger Rücksetzer der Aktie, ausgelöst durch Sorgen rund um Googles KI-Tool Project Genie, das dem Unternehmen zeitweise rund 6 Milliarden Dollar an Marktkapitalisierung kostete, wurde von mehreren Analysten als übertriebene Reaktion eingestuft.
Institutionelle bauen aus, Insider trennen sich von Aktien
Das Bild bei den Kapitalflüssen ist gemischt. Institutionelle Investoren halten inzwischen 95,46 Prozent der Take-Two-Aktien. Emerald Advisers LLC stockte seine Position im ersten Quartal 2026 um 25 Prozent auf, Norges Bank eröffnete eine neue Beteiligung im Volumen von 735 Millionen Dollar, AQR Capital erhöhte seinen Bestand um 162,1 Prozent. Auch Fifth Third Bancorp baute seine Position um 58,6 Prozent aus. Dem stehen jedoch spürbare Insiderverkäufe gegenüber: Allein im vergangenen Quartal trennten sich Unternehmensinsider von 569.936 Aktien im Gegenwert von 128,43 Millionen Dollar. Darunter verkaufte Direktor Michael Dornemann Anfang Juni 1.151 Aktien zu 217,02 Dollar, Präsident Karl Slatoff veräußerte im gleichen Zeitraum 40.358 Aktien zu 216,09 Dollar im Rahmen eines vorab festgelegten Handelsplans.
Kursbild zeigt Erholungstendenz
An der Frankfurter Börse notiert die Take-Two-Aktie aktuell bei 211,00 Euro und legt damit im Tagesvergleich um 1,54 Prozent zu, nachdem der Schlusskurs am Dienstag bei 207,80 Euro gelegen hatte. Auf Wochensicht steht dennoch ein Minus von 4,09 Prozent zu Buche, während sich der Titel über 30 Tage um 13,02 Prozent verteuert hat. Seit Jahresbeginn liegt die Aktie mit 1,72 Prozent leicht im Minus, auf Zwölfmonatssicht steht ein Plus von 2,98 Prozent. Vom 52-Wochen-Hoch bei 231,40 Euro, erreicht am 7. Juli 2026, trennen den Titel derzeit 8,82 Prozent, während der Abstand zum 52-Wochen-Tief von 159,24 Euro vom 13. Februar 2026 bei 32,50 Prozent liegt. Der Kurs notiert damit 4,52 Prozent über dem 50-Tage-Durchschnitt von 201,87 Euro und 6,38 Prozent über dem 200-Tage-Durchschnitt von 198,35 Euro. Der RSI von 51,4 signalisiert eine neutrale Marktlage, die Marktkapitalisierung beläuft sich auf 39,42 Milliarden Euro. Die nächsten Quartalszahlen legt Take-Two am 7. August 2026 vor.
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