Take-Two: 260 Millionen Dollar GTA-VI-Vorbestellungen

Take-Two übertrifft Erwartungen trotz rückläufiger Bookings. Der Aktienkurs steigt, angetrieben von der Vorfreude auf den GTA-VI-Launch im November.

Auf einen Blick:
  • Aktie springt nach Quartalszahlen
  • Net Bookings sinken um 3 Prozent
  • Roth Capital erhöht Kursziel auf 300 Dollar
  • GTA VI Vorbestellungen brechen Rekorde

Take-Two Interactive hat am Freitag Zahlen zum ersten Quartal des Geschäftsjahres 2027 vorgelegt, die trotz eines Rückgangs bei den Net Bookings über den eigenen Erwartungen lagen. Die Aktie reagierte mit einem Kurssprung von 6,97 Prozent und schloss bei 213,20 Euro. Damit bleibt das Papier zwar rund 7,87 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 231,40 Euro aus dem Juli, hat sich aber deutlich von seinem Jahrestief im Februar entfernt.

Bookings sinken, Verlust weitet sich aus

Die Net Bookings des Publishers hinter Rockstar Games fielen im ersten Quartal um 3 Prozent auf 1,39 Milliarden US-Dollar, verglichen mit 1,42 Milliarden US-Dollar im entsprechenden Vorjahresquartal. Unter dem Strich verbuchte Take-Two nach US-GAAP einen Nettoverlust von 34,1 Millionen US-Dollar beziehungsweise 0,18 US-Dollar je Aktie – deutlich mehr als der Verlust von 11,9 Millionen US-Dollar beziehungsweise 0,07 US-Dollar je Aktie im Vorjahreszeitraum. Ein wesentlicher Grund für den größeren Verlust war eine Wertminderung von 43,4 Millionen US-Dollar: Das Unternehmen entschied sich, die Weiterentwicklung eines noch nicht angekündigten Titels aus der Pipeline eines Drittentwicklers einzustellen.

Für das zweite Quartal, das am 30. September 2026 endet, rechnet Take-Two mit einem Gesamtumsatz zwischen 1.420 und 1.470 Millionen US-Dollar sowie einem Nettoverlust zwischen 157 und 140 Millionen US-Dollar, was einem Verlust je Aktie von 0,84 bis 0,75 US-Dollar entspräche. Für das gesamte Geschäftsjahr bis Ende März 2027 hat das Unternehmen seine Prognose aktualisiert und erwartet nun einen Gesamtumsatz von 7.900 bis 8.100 Millionen US-Dollar sowie einen Nettogewinn von 104 bis 143 Millionen US-Dollar, was einem verwässerten Gewinn je Aktie von 0,55 bis 0,75 US-Dollar entspräche.

Roth Capital erhöht Kursziel

Am selben Tag reagierte Roth Capital auf die Zahlen und hob das Kursziel für Take-Two von 300 US-Dollar an, zuvor lag es bei 295 US-Dollar. Die Analysten bestätigten zugleich ihre Kaufempfehlung für das Papier. Die Reaktion passt zum Kursverlauf am Freitag: Der Titel notiert derzeit rund 3,43 Prozent über seinem 50-Tage-Durchschnitt von 206,12 Euro, was auf eine intakte kurzfristige Aufwärtsdynamik hindeutet, während der RSI-Wert von 53,6 keine Überhitzung signalisiert.

GTA VI bleibt der entscheidende Werttreiber

Der eigentliche Grund für die positive Marktstimmung liegt jedoch weniger in den Quartalszahlen selbst als im bevorstehenden Launch von Grand Theft Auto VI. Rockstar Games kündigte an, am 27. August einen erweiterten Ausblick auf das Spiel zu veröffentlichen – zunächst um 15 Uhr Ostküstenzeit exklusiv auf Netflix, anschließend um 21 Uhr Ostküstenzeit auch auf dem offiziellen YouTube-Kanal von Rockstar Games und der offiziellen GTA-VI-Website. Der Titel soll am 19. November 2026 erscheinen.

Die Vorbestellungslage untermauert die hohen Erwartungen an das Spiel. Nach Berichten des Branchendienstes Video Games Chronicle unter Berufung auf die Analysefirma Newzoo verzeichnete GTA VI in den fünf Tagen vom 25. bis 30. Juni die stärkste jemals gemessene Eröffnungswoche bei Vorbestellungen. Newzoo schätzte das digitale Vorbestellvolumen allein in dieser letzten Juniwoche auf rund 180 Millionen US-Dollar in den USA und fünf großen europäischen Märkten, global hochgerechnet auf etwa 260 Millionen US-Dollar.

Für Anleger bleibt damit die Gemengelage bestehen, die den Titel seit Wochen prägt: Das laufende Geschäft zeigt Schwächen, wie die rückläufigen Bookings und der ausgeweitete Quartalsverlust belegen, doch die Fantasie um den kommenden Blockbuster überstrahlt diese kurzfristigen Belastungen. Der Termin am 27. August dürfte zeigen, wie viel von dieser Fantasie der Markt bereits eingepreist hat.

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