Take-Two Interactive hat am Freitag Quartalszahlen vorgelegt, die die Erwartungen der Wall Street auf breiter Front übertreffen. Die Aktie reagierte mit einem Kurssprung von 6,97 Prozent und schloss bei 213,20 Euro. Damit bleibt das Papier zwar noch 7,87 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch entfernt, hat sich aber deutlich von der jüngsten Konsolidierung gelöst.
Starke Zahlen befeuern Kursspurt
Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2027, das am 30. Juni 2026 endete, erzielte Take-Two Net Bookings von 1,39 Milliarden US-Dollar und übertraf damit die eigene Prognosespanne von 1,32 bis 1,37 Milliarden US-Dollar. Der GAAP-Umsatz stieg um 2 Prozent auf 1,53 Milliarden US-Dollar. Unterm Strich stand ein Nettoverlust von 0,18 US-Dollar je Aktie zu Buche, während Analysten mit einem Minus von 0,21 US-Dollar gerechnet hatten. Bereinigt verdiente das Unternehmen 0,35 US-Dollar je Aktie.
Für das laufende Geschäftsjahr bestätigte das Management seine Prognose von 8,0 bis 8,2 Milliarden US-Dollar an Net Bookings, was am Mittelwert einem Wachstum von rund 20 Prozent entspräche. Getrübt wurde das Bild durch eine Wertminderung von 43,4 Millionen US-Dollar, nachdem Take-Two die Entwicklung eines noch unangekündigten Titels eines externen Studios eingestellt hatte.
GTA VI: Rekordvorbestellungen ohne Zahlen
Im Zentrum des Interesses steht weiterhin Grand Theft Auto VI, dessen Starttermin für den 19. November 2026 auf PlayStation 5 und Xbox Series X|S im Rahmen der Quartalsmitteilung erneut bekräftigt wurde. CEO Strauss Zelnick bezeichnete die Vorbestellungen während der Telefonkonferenz als „beispiellos“ und „außergewöhnlich“, nannte jedoch keine konkreten Stückzahlen. Die Zurückhaltung bei den Details tat der Marktreaktion keinen Abbruch – die Ankündigung löste eine spürbar erhöhte Aktivität bei Call-Optionen auf die Aktie aus.
Rockstar Games, die Take-Two-Tochter hinter dem Titel, kündigte zudem für den 27. August ein exklusives Marketing-Event namens „Grand Theft Auto VI: An Extended Look“ an, das um 15 Uhr Ostküstenzeit zunächst auf Netflix Premiere feiert, bevor es breiter veröffentlicht wird. Der Termin dürfte in den kommenden Wochen zu einem weiteren Kurstreiber werden, da er erstmals tiefere Einblicke ins Spiel verspricht.
Insider verkaufen, Analysten bleiben optimistisch
Parallel zu den positiven Nachrichten meldeten Regulierungsunterlagen, dass Insider – darunter Zelnick selbst – im vergangenen Quartal Aktien im Wert von rund 128,4 Millionen US-Dollar veräußerten, insgesamt 569.936 Stück. Für Anleger ist das kein ungewöhnliches Signal vor einem großen Produktlaunch, verdient aber Beachtung angesichts der bevorstehenden Bewertungsprobe durch den GTA-VI-Start.
Auf der Analystenseite bestätigte BTIG-Analyst Clark Lampen Ende Juli seine Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 293 US-Dollar. Zacks Research stufte die Aktie zeitgleich von „Hold“ auf „Strong Buy“ hoch. Beide Einschätzungen datieren vor der jüngsten Quartalsvorlage, fügen sich aber in das Bild einer Wall Street, die auf den GTA-VI-Katalysator setzt.
Abseits des operativen Geschehens sorgte zudem eine tokenisierte Version der Take-Two-Aktie auf der Solana-Blockchain für Aufsehen, die Handel direkt aus kompatiblen digitalen Wallets ermöglicht – ein Nebenschauplatz, der die fundamentale Story um den GTA-VI-Launch aber kaum verändert. Mit dem Netflix-Event am 27. August und dem globalen Marktstart im November liefert Take-Two in den kommenden Monaten gleich zwei Termine, an denen sich die aktuelle Kursdynamik erneut bewähren muss.
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