T1 Energy Aktie: Rockdale startet im vierten Quartal 2026

T1 Energy überrascht mit besser als erwartetem Quartalsverlust und treibt Produktion in Texas voran. Die Aktie erholt sich leicht.

Auf einen Blick:
  • Kursplus von über fünf Prozent
  • Verlust je Aktie geringer als erwartet
  • Ausbau der Fertigung in Texas
  • Zellwerk Rockdale startet im vierten Quartal

Die Aktie von T1 Energy legt am Dienstag um 5,26 Prozent zu und steigt auf 6,00 Euro. Der Solar-Ausrüster, früher unter dem Namen FREYR Battery bekannt, profitiert von überraschend guten Quartalszahlen und neuen Fortschritten bei seinem US-Produktionsnetz.

Der Kursanstieg folgt auf einen schwierigen Monat. Über 30 Tage verlor die Aktie 22,08 Prozent an Wert. Vom Rekordhoch bei 11,00 Euro aus Anfang Juni bleibt der Titel weiterhin 45,45 Prozent entfernt.

Texas treibt die Produktion voran

T1 Energy baut seine Fertigungskapazitäten in Texas derzeit kräftig aus. Die Modulfabrik in Wilmer mit einer Nennkapazität von 5,0 Gigawatt steigert ihren Ausstoß spürbar. Nach 2,79 Gigawatt im Jahr 2025 peilt das Unternehmen für das laufende Jahr eine Produktion zwischen 3,1 und 4,2 Gigawatt an.

Auch beim geplanten TOPCon-Zellwerk in Rockdale kommt das Unternehmen voran. Die Anlage mit 2,1 Gigawatt Kapazität soll im vierten Quartal 2026 den Betrieb aufnehmen. Für die Versorgung mit Polysilizium und Wafern hat sich T1 Energy Partner wie Corning und Hemlock Semiconductor gesichert. Bei der Modulmontage setzt das Unternehmen zudem auf heimische Stahlrahmen.

Verlust schrumpft schneller als erwartet

Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2026 blieb der Verlust je Aktie bei minus 0,10 US-Dollar. Analysten hatten mit minus 0,14 US-Dollar gerechnet. Der Umsatz erreichte 177,65 Millionen US-Dollar.

Für das zweite Quartal rechnen Analysten mit einem Umsatz von 183,02 Millionen US-Dollar bei einem EPS von minus 0,09 US-Dollar. Für das Gesamtjahr 2026 liegt die Umsatzprognose bei rund 922 Millionen US-Dollar. Im Jahr 2027 soll der Umsatz auf 1,36 Milliarden US-Dollar klettern — begleitet von einem ersten positiven Gewinn je Aktie von 0,21 US-Dollar.

Charttechnik bleibt angeschlagen

Mit einer Marktkapitalisierung von 1,68 Milliarden Euro bleibt T1 Energy trotz des Kurssprungs unter Druck. Die Aktie notiert weiterhin unter ihrem 50-Tage-Durchschnitt von 7,25 Euro und auch unter dem 100-Tage-Durchschnitt von 6,21 Euro. Der RSI von 39,9 zeigt: Der Titel nähert sich überverkauftem Terrain, hat es aber noch nicht erreicht.

Die US-Solarbranche kämpft derzeit mit regulatorischer Unsicherheit. Verzögerte Entscheidungen zu Polysilizium-Importzöllen und ein möglicher neuer Mindestimportpreis könnten die Modulpreise beeinflussen. Manche Marktteilnehmer werten T1 Energys Fokus auf heimische Fertigung in Texas als Absicherung gegen genau diese Handelsrisiken.

Das Zellwerk in Rockdale bleibt der nächste wichtige Termin für die Aktie. Nimmt die Anlage im vierten Quartal wie geplant den Betrieb auf, würde T1 Energy einen zentralen Baustein seiner Wertschöpfungskette in den USA schließen.

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