T-Mobile US hat im zweiten Quartal 2026 besser verdient als erwartet — und trotzdem senken gleich mehrere Analystenhäuser ihre Kursziele. Der Grund liegt weniger in den Zahlen selbst als in dem, was das Management nicht getan hat.
Der Gewinn je Aktie lag bei 2,85 Dollar, deutlich über der Konsensschätzung von 2,58 Dollar. Beim Umsatz reichte es mit 22,79 Milliarden Dollar knapp nicht für die Erwartungen. Genau dieser Umsatzverfehler hatte am Donnerstag für spürbare Kursverluste gesorgt und auch die Aktie der Deutschen Telekom belastet.
Warum Analysten trotzdem zurückhaltender werden
UBS senkte das Kursziel von 255 auf 235 Dollar, das Buy-Rating bleibt bestehen. Das EBITDA lag zwar rund ein Prozent über den Erwartungen, allerdings halfen dabei einmalige Lieferanten-Gutschriften von mehr als 130 Millionen Dollar mit. Auch bei den Netto-Kundenzugängen übertraf T-Mobile die Wall-Street-Schätzungen.
Entscheidender für UBS war jedoch eine andere Beobachtung: Das Management bestätigte die Jahresprognose für EBITDA und Kundenwachstum, hob sie aber nicht an — ein Abweichen von der bisherigen Praxis des Unternehmens, regelmäßig nachzulegen. TD Cowen reduzierte sein Kursziel auf 260 Dollar und verwies auf Ausführungsrisiken, KeyBanc auf 250 Dollar wegen schwächerer Kennzahlen. Die Kursziele der drei Häuser liegen damit zwischen 235 und 260 Dollar, sämtliche Ratings bleiben aber kaufempfehlend.
Bewertungstechnisch notiert T-Mobile aktuell bei dem 6,3-Fachen der für 2027 geschätzten EBITDA und dem 8,7-Fachen des freien Cashflows. Verizon und AT&T liegen bei vergleichbaren EBITDA-Multiplikatoren, aber etwas günstigeren Cashflow-Bewertungen. Zu einer möglichen Transaktion mit der Deutschen Telekom gab es im Rahmen der Quartalszahlen keine neuen Informationen.
Operativ zeigte sich das Unternehmen unterdessen robust: Die Telefonabwanderungsrate lag bei 0,85 Prozent, ein Zeichen für stabile Kundenbindung. Der adjustierte Free-Cashflow-Ausblick für das Jahr wurde angehoben, während die übrigen Kennzahlenziele unverändert blieben — genau jener Punkt, an dem sich die Analysten derzeit reiben.
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