Synthomer-Aktie: Verwässerung vom Tisch!

Der Spezialchemie-Konzern Synthomer schließt eine Aktienemission aus und setzt stattdessen auf Gespräche mit Banken zur Verlängerung von Kreditlaufzeiten.

Auf einen Blick:
  • Aktionäre vor Verwässerung geschützt
  • Verhandlungen über Kreditlaufzeiten laufen
  • Finanzielle Kennzahlen im vorgegebenen Rahmen
  • Operative Prognose für 2025 bestätigt

Synthomer erteilt Spekulationen über eine neue Kapitalerhöhung eine klare Absage. Statt die Aktionäre durch die Ausgabe neuer Papiere zu verwässern, setzt der Spezialchemie-Konzern auf konstruktive Gespräche mit seinen Kreditgebern zur Schuldenregulierung. Diese Nachricht sorgt für eine spürbare Stabilisierung des Anlegervertrauens.

Fokus auf Schuldenlaufzeiten

Die Unternehmensführung priorisiert derzeit den laufenden Verkauf von Geschäftsteilen sowie den operativen Cashflow. In den Verhandlungen mit den Banken geht es primär darum, die Laufzeiten bestehender Kreditlinien über das Jahr 2027 hinaus zu verlängern. Ziel ist eine langfristige finanzielle Flexibilität, ohne den Umweg über den Kapitalmarkt gehen zu müssen.

Finanziell verfügt die Gruppe über eine Liquidität von rund 385 Millionen Pfund. Das Verhältnis von Nettoverschuldung zum operativen Ergebnis (EBITDA) liegt aktuell zwischen 4,7x und 4,8x. Damit bleibt Synthomer unter der kritischen Marke von 5,25x, die von den Kreditgebern als Limit gesetzt wurde. Dieser Puffer verschafft dem Management den nötigen Spielraum für die weitere Neuausrichtung des Konzerns.

Prognose trotz Krisen bestätigt

Operativ verläuft das bisherige Jahr 2026 im Rahmen der Erwartungen. Das Management bestätigte die Prognose für das abgelaufene Geschäftsjahr 2025 und rechnet mit einem Umsatz von etwa 1,74 Milliarden Pfund. Das bereinigte EBITDA soll sich in einer Spanne von 135 bis 138 Millionen Pfund bewegen.

Besonders wichtig für die Marge: Synthomer konnte die massiv gestiegenen Kosten für Rohstoffe und Energie erfolgreich an die Kunden weitergeben. Trotz der geopolitischen Spannungen im Nahen Osten und der damit verbundenen Marktvolatilität blieben die globalen Lieferketten stabil. In einigen Produktkategorien zeichnet sich zudem eine leichte Erholung der Absatzmengen ab.

Strategischer Umbau zeigt Wirkung

Der Konzern treibt den Wandel hin zu einer Plattform für margenstarke Spezialchemikalien voran. Weniger profitable und zyklische Bereiche werden konsequent reduziert. Unterstützt wird dieser Prozess durch Sparprogramme, die bereits in der zweiten Jahreshälfte 2025 zu einem positiven freien Cashflow geführt haben.

Am 30. April 2026 wird Synthomer die vollständigen Jahresergebnisse für 2025 veröffentlichen. Anleger werden dann vor allem auf Fortschritte bei den geplanten Verkäufen von Unternehmensteilen und die finalen Bedingungen der neuen Kreditvereinbarungen achten. Bis dahin dient das klare Nein zu neuen Aktien als zentraler Stützpfeiler für den Kurs.

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