Swiss Re Aktie: Neun Prozent mehr Gewinn

Swiss Re steigert den Konzerngewinn im ersten Halbjahr um neun Prozent auf 2,8 Milliarden Dollar und bestätigt die Jahresziele.

Auf einen Blick:
  • Gewinnplus von neun Prozent
  • Alle drei Sparten tragen bei
  • Sparprogramm aufgestockt
  • Führungswechsel im Herbst

Ruhige Wetterlage, disziplinierte Preispolitik, drei Sparten im Plus: Der Rückversicherer hat im ersten Halbjahr 2026 geliefert, was viele erhofft hatten. Der Konzerngewinn kletterte um 9 Prozent auf 2,8 Milliarden Dollar — und Swiss Re bleibt damit auf Kurs zum Jahresziel von 4,5 Milliarden Dollar.

Entscheidend für das solide Ergebnis war vor allem eines: Grossschäden aus Naturkatastrophen blieben im ersten Halbjahr unter dem Budget. Die Eigenkapitalrendite lag bei 22,7 Prozent, nur minimal unter dem Vorjahreswert von 23,0 Prozent. Vorstandschef Andreas Berger verwies zugleich auf Schadenzahlungen von mehr als 17 Milliarden Dollar an Kunden — ein Hinweis darauf, dass das ruhige Katastrophenjahr nicht mit einem schwachen Geschäftsjahr für die Versicherten verwechselt werden sollte.

Alle drei Sparten ziehen mit

Das Rückversicherungsgeschäft P&C Re steigerte seinen Gewinn um 18 Prozent auf 1,4 Milliarden Dollar, bei einem verbesserten Schaden-Kosten-Satz von 76,7 Prozent nach 81,1 Prozent im Vorjahr. Bei den Vertragserneuerungen im Juni und Juli gab Swiss Re nominal 1,2 Prozent beim Preis nach, unter Einbezug höherer Schadenerwartungen lag der Nettopreisrückgang bei 5,3 Prozent — ein Zeichen dafür, dass der Markt für Rückversicherer zwar noch attraktiv, der Preiszyklus aber nicht mehr am Höhepunkt ist.

Corporate Solutions verdiente 490 Millionen Dollar, ein Plus von 14 Prozent, und verbesserte den Schaden-Kosten-Satz auf 86,1 Prozent. Die Sparte kündigte parallel neue Partnerschaften mit Bajaj General Insurance in Indien und GNP Seguros in Mexiko an — Kooperationen, die künftiges Wachstum in zwei der am schnellsten expandierenden Industrieversicherungsmärkte sichern sollen. Life & Health Re steuerte mit 1,0 Milliarden Dollar Gewinn (plus 21 Prozent) den stärksten prozentualen Zuwachs bei, getrieben von einer günstigeren Sterblichkeitsentwicklung in den USA.

Kostenziel angehoben, Kapitalpuffer komfortabel

Swiss Re schraubt sein Sparprogramm nach oben: Statt 300 Millionen Dollar bis 2027 sollen nun 500 Millionen Dollar bis 2028 an Betriebskosten eingespart werden. Die Kapitalausstattung bleibt komfortabel — die SST-Quote lag Anfang Juli bei geschätzten 264 Prozent und damit deutlich über der Zielspanne von 200 bis 250 Prozent.

Beim im Februar angekündigten Aktienrückkaufprogramm über 1,5 Milliarden Dollar war bis Ende Juli bereits rund 60 Prozent umgesetzt. Finanzchef Anders Malmström bezeichnete das solide Anlageergebnis in einem volatilen Marktumfeld als zusätzlichen Stabilitätsfaktor für die Erträge.

Führungswechsel im Herbst

An der Spitze von Life & Health Re gibt es einen Wechsel: Velina Peneva, bislang Group Chief Investment Officer, übernimmt zum 1. Oktober 2026 die Nachfolge von Paul Murray, der das Unternehmen nach mehr als zwei Jahrzehnten verlässt. Martin Zingg, aktuell Group Head Corporate Development & Capital Markets, wird neuer Group CIO. Beide Personalien treten zum gleichen Stichtag in Kraft.

Berger mahnte trotz des starken Halbjahres zur Wachsamkeit — die Hurrikansaison nähert sich ihrem Höhepunkt, und die zweite Jahreshälfte bringt traditionell das grössere Schadenrisiko für Rückversicherer. Die nächste Standortbestimmung liefert Swiss Re am 5. November 2026 mit den Neun-Monats-Zahlen, gefolgt von der Präsentation der Finanzziele für 2027 am 4. Dezember.

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