Der Rückversicherer Swiss Re warnt vor einer unterschätzten Gefahr: steigende Temperaturen. Das Swiss Re Institute hat eine Studie vorgelegt, die zeigt, wie Hitze andere Naturkatastrophen verstärkt. Für den Konzern ist das mehr als ein Forschungsthema – es betrifft das Kerngeschäft.
Die Schweiz erwärmt sich doppelt so schnell
Die Schweiz heizt sich mit 2,8 Grad Celsius im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter auf. Das ist doppelt so schnell wie der globale Durchschnitt. Für Swiss Re hat diese Entwicklung direkte Folgen.
Hitze wirke als „Risikomultiplikator“, so der Konzern. Höhere Temperaturen verstärken andere Gefahren. Rund 60 Prozent der versicherten Elementarschäden in der Schweiz entfallen bereits auf Überschwemmungen. Deren Intensität nimmt durch den Klimawandel zu.
Gianfranco Lot, Chief Underwriter Officer P&C Re, bringt das Problem auf den Punkt: Hitze sei weniger sichtbar als Stürme. Und damit schwerer zu versichern.
Initiative „Resiliente Schweiz“
Swiss Re reagiert mit einer neuen Strategie. Die Initiative „Resiliente Schweiz“ soll die Anpassung an Extremwetter vorantreiben. Ein Schwerpunkt: die urbane Hitze. In Schweizer Städten können die Temperaturen bis zu sechs Grad über dem Niveau ländlicher Gebiete liegen.
Wie teuer Naturkatastrophen werden, zeigt ein aktuelles Beispiel. Für den Felssturz in Blatten im Mai 2025 beziffert Swiss Re den versicherten Schaden auf rund 320 Millionen Franken. Global sieht der Konzern eine Schutzlücke von etwa 424 Milliarden US-Dollar.
Die Ergebnisse der Studie will Swiss Re im Juni 2026 auf einer Fachveranstaltung in Rüschlikon diskutieren. Ziel: präventive Maßnahmen etablieren, um Klimarisiken langfristig versicherbar zu halten.
Aktie im Aufwärtstrend
Die Aktie notiert aktuell bei 137,25 Euro – ein Minus von 0,5 Prozent zum Vortag. Seit Jahresbeginn steht ein Verlust von gut vier Prozent. Im Sieben-Tage-Vergleich zeigt sich ein Plus von 3,55 Prozent. Der RSI liegt bei 62 Punkten. Das spricht für eine neutrale bis leicht überkaufte Lage. Die kurzfristige Volatilität beträgt annualisiert 21,5 Prozent.
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