Swiss Life Aktie: Dörig tritt 2027 ab

Swiss Life leitet einen Generationenwechsel im Verwaltungsrat ein. Trotz solider operativer Ergebnisse belasten neue Steuern in Frankreich die Aussichten.

Auf einen Blick:
  • Rolf Dörig bleibt bis 2027 Präsident
  • Zwei neue Mitglieder im Verwaltungsrat
  • Versicherungsergebnis steigt um sechs Prozent
  • Französische Steuererhöhung belastet 2026

Rolf Dörig bleibt Verwaltungsratspräsident — aber nur noch bis 2027. An der ordentlichen Generalversammlung von Swiss Life Mitte Mai in Zürich stimmten die Aktionäre allen Anträgen zu und setzten damit einen tiefgreifenden Umbau an der Spitze des Versicherungskonzerns in Gang.

Zwei Abgänge, zwei Neuzugänge

Luisa Deplazes Delgado und Patrick Frost wurden neu in den Verwaltungsrat gewählt. Frost kennt Swiss Life gut: Er war von 2006 bis 2024 für den Konzern tätig, zuletzt zehn Jahre als CEO. Nach der obligatorischen Cooling-off-Periode kehrt er nun als einfaches Mitglied zurück. Deplazes Delgado bringt Erfahrung aus internationalen Mandaten mit — unter anderem als Verwaltungsratspräsidentin von Swarovski.

Abgelöst wurden Henry Peter, der seit 2006 im Gremium saß, und Adrienne Corboud Fumagalli, die seit 2014 dabei war. Damit verlässt das Gremium gleich zwei langjährige Mitglieder auf einmal.

Dörig selbst kündigte an, sich zur Generalversammlung 2027 zurückzuziehen — nach insgesamt 25 Jahren bei Swiss Life, sieben davon als CEO und 18 als Verwaltungsratspräsident. Das nächste Führungskapitel beginnt also bereits in zwölf Monaten.

Solide Zahlen, regulatorischer Gegenwind aus Frankreich

Operativ steht Swiss Life stabil da. Das Versicherungsergebnis stieg im Geschäftsjahr 2025 um sechs Prozent auf 1,1 Milliarden Franken. Die Eigenkapitalrendite von 17,2 Prozent trifft die Zielbandbreite von 17 bis 19 Prozent punktgenau.

Für 2026 wartet allerdings Gegenwind aus Frankreich. Die Regierung erhöhte den Körperschaftsteuersatz für Großunternehmen außerordentlich um zehn Prozentpunkte — der erhöhte Satz gilt auch im laufenden Jahr. Hinzu kommt eine neue Abgabe von 2,05 Prozent auf Kranken- und Invaliditätsprämien, die das Gesundheitssegment belasten wird.

Die Dividende von 36,50 Franken brutto je Aktie wurde nach der Zustimmung der Generalversammlung mit Valuta 13. Mai ausgezahlt.

Aktie unter dem 50-Tage-Schnitt

An den Märkten kommt die Führungsrochade nicht als Kurstreiber an. Die Aktie notiert aktuell bei rund 931 Euro — rund drei Prozent unterhalb des 50-Tage-Durchschnitts und seit Jahresanfang knapp sechs Prozent im Minus. Auf Sieben-Tages-Sicht steht ein Minus von 3,7 Prozent zu Buche.

Das mittelfristige Programm Swiss Life 2027 bleibt das Leitbild: Das Fee-Ergebnis soll auf über eine Milliarde Franken wachsen, die kumulative Cash-Remittance an die Holding auf 3,6 bis 3,8 Milliarden Franken. Ob der neue Verwaltungsrat dieses Programm noch gemeinsam mit Dörig abschließt oder bereits mit frischer Führung in die Zielgerade geht, entscheidet die Generalversammlung 2027.

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