Super Micro Computer geht in die Offensive. Mit neuen KI-Plattformen und einer massiven Finanzspritze will der Server-Spezialist seinen gewaltigen Auftragsstau auflösen. Das Ziel: die Marktführerschaft bei autonom agierenden KI-Systemen.
Hardware für autonome Agenten
Der Konzern stellt mit den Helios-Systemen und Arm-basierten Servern neue Hardware für Rechenzentren vor. Diese Plattformen sind speziell auf „Agentic AI“ zugeschnitten. Dabei handelt es sich um KI-Agenten, die komplexe Aufgaben eigenständig koordinieren und abarbeiten.
Der Bedarf an Rechenleistung bleibt ungebrochen. Das Management beziffert den aktuellen Auftragsbestand auf rund 39 Milliarden US-Dollar. Mehr als 20 Großkunden haben bereits Bestellungen für die neue KI-Infrastruktur aufgegeben.
Kapitalspritze gegen den Lieferstau
Um die Produktion zu beschleunigen, schloss das Unternehmen ein Finanzierungspaket über sieben Milliarden US-Dollar ab. Das frische Geld wird dringend benötigt. Es finanziert vor allem den Einkauf teurer Halbleiter-Komponenten.
Die Finanzierung besteht aus einer Aktienemission und milliardenschweren Wandelanleihen. Ende März lag der Barmittelbestand bei rund 1,3 Milliarden US-Dollar. Die neue Liquidität überbrückt nun die Zeitspanne bis zur Auslieferung der fertigen Server.
Bewertung unter dem Durchschnitt
An der Börse löste die Verwässerung durch die neuen Aktien Volatilität aus. Das Papier notiert derzeit bei etwa 30,85 US-Dollar. Damit rutschte der Kurs unter die psychologisch wichtige 100-Tage-Linie.
Trotz der Kursverluste sehen Analysten Chancen in der Bewertung. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt aktuell bei 16,3. Im Vergleich zum Fünf-Jahres-Schnitt wirkt die Aktie damit historisch günstig bewertet.
Neue Fabriken im Silicon Valley sollen die Lieferzeiten nun drastisch verkürzen. Für das vierte Quartal 2026 prognostiziert der Vorstand einen Umsatz zwischen 11 und 12,5 Milliarden US-Dollar. Weitere Updates zum laufenden Aktienverkaufsprogramm werden in den nächsten Wochen erwartet.
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