Supermicro baut sein Angebot für KI-Rechenzentren weiter aus. Auf dem OCP Global Summit in San Jose hat der Serverhersteller heute ein erweitertes Portfolio nach dem Open-Compute-Project-Standard vorgestellt: Systeme, Racks und Rückwand-Wärmetauscher, die sich zu fertigen Rack-Lösungen zusammenfügen lassen.
Strom und Kühlung im Zentrum
Kernstück sind die ORv3- und ORW-Racks. Sie ersetzen die Netzteile einzelner Server durch eine zentrale 48-Volt-Gleichstromschiene. Das spart Kabel und erlaubt dichter bestückte Racks.
Für die Kühlung setzt Supermicro auf die hauseigene Direct-to-Chip-Flüssigkühlung DLC-2. Restwärme führen Rückwand-Wärmetauscher mit zehn bis 120 Kilowatt Kühlleistung ab.
Betreiber müssen dafür nach Unternehmensangaben die Klimatisierung der Datenhalle nicht nachrüsten, was die Lösung auch für bestehende Rechenzentren interessant macht. Hinzu kommt eine Kühlverteileinheit im 4U-Format mit bis zu 250 Kilowatt, die mit 45 Grad warmem Wasser arbeitet.
Systeme für Nvidia, AMD und Intel
Bei den Rechensystemen deckt Supermicro mehrere Plattformen ab. Ein 2-OU-System mit Nvidia HGX B300 fasst bis zu 18 Knoten und 144 GPUs pro Rack. Dazu kommen Racks für Nvidias Vera-Rubin-NVL72-Plattform und eine Lösung für AMDs Helios-Architektur. Die kompakte FlexTwin-Variante setzt auf Intel Xeon 6 oder AMD EPYC.
Auch beim Netzwerk legt das Unternehmen nach. Im Angebot sind Ethernet-Switches mit 800G und 1,6T, darunter Co-Packaged-Optics-Plattformen auf Basis von Broadcoms Tomahawk-6-Chip. Zusätzlich will Supermicro Nvidias Spectrum-X Ethernet Photonics integrieren. Nvidia beziffert die Energieeffizienz dieser Switches auf das Fünffache gegenüber steckbaren Transceivern.
Verwaltet wird alles über die hauseigene Software-Suite SuperCloud. Sie soll Betreibern die Steuerung von Rechenleistung, Kühlung und Netzwerk aus einer Hand ermöglichen.
Strategischer Rahmen
Supermicro bündelt das Angebot unter dem Namen Data Center Building Block Solutions (DCBBS). Ziel ist, die Zeit bis zur Inbetriebnahme neuer KI-Kapazitäten zu verkürzen. „Der KI-Boom definiert neu, wie Rechenzentren entworfen, gebaut und betrieben werden“, sagte Konzernchef Charles Liang. Die Lösungen sind laut Unternehmen ab sofort verfügbar.
Wer sich die Technik ansehen will: Supermicro zeigt sie noch bis zum 15. Oktober am Stand B4 des Gipfels in San Jose. Konkrete Umsatzziele oder Preise nennt das Unternehmen zu dem Portfolio nicht.
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