Super Micro Computer hat mit den Zahlen zum vierten Quartal des Geschäftsjahres 2026 die Erwartungen deutlich übertroffen. Am 11. August meldete der Serverhersteller einen Umsatzsprung von 93,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 11,12 Milliarden US-Dollar.
Für das Geschäftsjahr 2027 stellte das Unternehmen einen Umsatz zwischen 65 und 72 Milliarden US-Dollar in Aussicht – weit über der Analystenerwartung von 53,3 Milliarden US-Dollar. Die Aktie reagierte mit einer sechstägigen Gewinnserie und legte bis zum 16. August kumuliert um rund 36 Prozent zu.
Rekordbacklog und starke Nachfrage
Für das gesamte Geschäftsjahr 2026 wies Super Micro Computer einen Nettoumsatz von 39,1 Milliarden US-Dollar aus, ein Plus von 78 Prozent gegenüber dem Vorjahr, bei einem bereinigten Gewinn je Aktie von 3,63 US-Dollar. Für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2027 rechnet das Unternehmen mit einem Nettoumsatz zwischen 14,5 und 15,5 Milliarden US-Dollar.
Needham-Analyst Quinn Bolton hob am 12. August das Kursziel auf 46 US-Dollar an und bestätigte seine Kaufempfehlung; er verwies dabei auf einen Rekord-Auftragsbestand von 60 Milliarden US-Dollar und die Verschiebung hin zu höherwertiger, integrierter Rack-Scale-Infrastruktur.
Auch andere Häuser reagierten: Bernstein-Analyst Alex Lavoie erhöhte am 14. August das Kursziel auf 42 von zuvor 37 US-Dollar, blieb aber bei einer neutralen Einstufung. Er begründete dies mit dem robusten Ausblick für 2027 und einer geplanten Kapitalerhöhung von 7 Milliarden US-Dollar zur Finanzierung der KI-Server-Produktion.
Nicht alle Stimmen sind jedoch euphorisch: Bank of America hielt am 12. August an einer Verkaufsempfehlung mit einem Kursziel von 33 US-Dollar fest und argumentierte, die Bruttomarge von 17,6 Prozent im vierten Quartal sei durch einmalige Verschiebungen margenschwächerer Projekte begünstigt worden. Goldman Sachs bestätigte trotz einer Anhebung des Kursziels auf 34 US-Dollar seine Verkaufsempfehlung.
Cashflow-Belastung und Prüfung von Exportgeschäften
Neben den starken Zahlen offenbarten die vorläufigen Unterlagen vom 13. August auch Schattenseiten: Der operative Cashflow für das gesamte Geschäftsjahr lag bei minus 6,8 Milliarden US-Dollar, bedingt durch einen deutlichen Aufbau des Working Capital.
Zudem bestätigte das Unternehmen, dass der Vorstand eine unabhängige Prüfung von Transaktionen im Zusammenhang mit Exportkontrollen durchführt. Diese beiden Punkte dürften erklären, warum trotz der überzeugenden Wachstumszahlen mehrere Analysten – darunter Citigroup mit einer neutralen Einstufung bei angehobenem Kursziel von 39 US-Dollar – vorsichtig bleiben.
Am Markt zeigt sich die Euphorie der vergangenen Tage deutlich: Der Schlusskurs von 39,84 US-Dollar am Freitag liegt rund 32 Prozent über dem 50-Tage-Durchschnitt, ein Indiz für die Wucht der jüngsten Kursbewegung. Ungeachtet dessen bleibt die Aktie mit einem Abstand von 32 Prozent zum 52-Wochen-Hoch noch deutlich unter ihrem vorherigen Höchststand.
Insider-Transaktionen und Investorenveranstaltungen
Am 10. August meldeten mehrere Führungskräfte, darunter Finanzchef David Weigand und Compliance-Chef Kenneth Cheung, die Ausübung von Restricted Stock Units, verbunden mit dem Einbehalt von Aktien zur Begleichung von Steuerverbindlichkeiten.
Parallel kündigte das Unternehmen die Teilnahme an mehreren Investorenveranstaltungen nach der Vorlage der Jahreszahlen an sowie den siebten „Open Storage Summit“, eine virtuelle Veranstaltung vom 11. August bis 3. September mit 21 Ökosystempartnern, darunter AMD, Intel, IBM und Western Digital, zum Thema Unternehmens-KI im großen Maßstab.
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