Super Micro Computer Aktie: 60 Milliarden Dollar Auftragseingang im Q4

Super Micro Computer meldet Rekordauftragsbestand, senkt aber die Umsatzerwartung. Die Bruttomarge soll deutlich steigen, während interne Ermittlungen andauern.

Auf einen Blick:
  • Rekordhoher Auftragsbestand im vierten Quartal
  • Umsatzprognose am unteren Ende der Spanne
  • Deutlich angehobene Bruttomarge-Prognose
  • Interne Untersuchung zu Exportverstößen läuft

Am kommenden Dienstag, den 11. August, wird Super Micro Computer seine Finanzergebnisse für das vierte Quartal sowie das gesamte Geschäftsjahr 2026 vorlegen. Der Markt blickt mit Spannung auf diesen Termin, da das Unternehmen bereits im Vorfeld detaillierte Einblicke in seine aktuelle Verfassung gewährt hat. Eine Pflichtmitteilung an die US-Börsenaufsicht SEC vom 21. Juli skizziert ein Bild, das von starken Gegensätzen geprägt ist.

Starke Auftragslage trifft auf gedämpfte Umsatzerwartung

Laut offiziellen Unternehmensangaben verzeichnete Super Micro Computer zum Ende des Geschäftsjahres 2026 einen Auftragsbestand auf Rekordniveau. Allein im vierten Quartal gingen neue Bestellungen mit einem Volumen von mehr als 60 Milliarden US-Dollar ein. Trotz dieser hohen Nachfrage dämpfte das Management die Erwartungen an den kurzfristigen Umsatz. Dieser wird am unteren Ende der zuvor ausgegebenen Spanne von 11,0 bis 12,5 Milliarden US-Dollar erwartet.

Ein positiver Ausreißer in der vorläufigen Berichterstattung ist die Entwicklung der Profitabilität. Dank einer günstigeren Zusammensetzung der verkauften Produkte hob das Unternehmen seine Schätzungen für die Bruttomarge nach GAAP- und Non-GAAP-Standards massiv an. Erwartet werden nun 15 % bis 17 %, nachdem die Prognose zuvor lediglich bei 8,2 % bis 8,4 % gelegen hatte. Diese Steigerung signalisiert eine deutliche Effizienzsteigerung im operativen Geschäft.

Interne Ermittlungen nach Export-Verstößen dauern an

Abseits der rein finanziellen Kennzahlen sieht sich das Unternehmen weiterhin mit rechtlichen Altlasten konfrontiert. Am Dienstag bestätigte Super Micro Computer den Fortgang einer unabhängigen internen Untersuchung. Diese wird vom Lead Independent Director Scott Angel und der Vorsitzenden des Prüfungsausschusses, Tally Liu, geleitet. Anlass der Untersuchung ist eine Anklage durch das US-Justizministerium vom 19. März gegen drei ehemalige Mitarbeiter.

Den Beschuldigten, unter ihnen der Mitbegründer Yih-Shyan „Wally“ Liaw, wird vorgeworfen, Exportkontrollvorschriften verletzt zu haben. Dabei soll es um die illegale Weitergabe von KI-Technologie nach China gegangen sein. Das Unternehmen bemüht sich derzeit um Aufklärung, um das Vertrauen der Investoren und Behörden zurückzugewinnen. Parallel dazu meldeten Medienberichte gestern, dass der institutionelle Anleger Manufacturers Life Insurance Company einen Teil seiner Bestände an Super Micro Computer veräußert hat.

Neue KI-Lösungen und Branchenevent im Fokus

Trotz der juristischen Herausforderungen setzt Super Micro Computer seine Produktoffensive im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI) fort. Am 30. Juli stellte das Unternehmen eine neue Serie präzisionsgefertigter KI-Racks vor. Diese sind Teil der Data Center Building Block Solutions (DCBBS) und sollen die Bereitstellung großer KI-Cluster in Rechenzentren beschleunigen. Zudem wurde ein NVIDIA CMX Server des Hauses für eine Auszeichnung auf der Fachkonferenz Future of Memory and Storage nominiert.

Begleitend zur Zahlenvorlage startet am kommenden Dienstag das siebte jährliche Open Storage Summit. Bei diesem virtuellen Event kooperiert Super Micro Computer mit Partnern wie AMD, Intel und IBM. Die Veranstaltung erstreckt sich bis zum 3. September und umfasst insgesamt zwölf Sitzungen zu aktuellen Technologietrends.

An der Börse wird die Aktie aktuell mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 15,2 bewertet. Medienberichten zufolge liegt dieser Wert unter dem Durchschnitt der Technologiebranche, was auf die Kursrücksetzer der vergangenen Monate zurückzuführen ist. Die Aktie notiert am heutigen Freitag bei 30,74 USD. Dies entspricht einem Zuwachs von 4,63 % gegenüber dem Vortag. Damit bewegt sich der Kurs fast punktgenau auf dem Niveau des 200-Tage-Durchschnitts von 30,78 USD.

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