Es ist eine Geschichte, die mehrere Konzerne gleichzeitig in Bedrängnis bringt. Bloomberg berichtete am Freitag, dass eine mit Thailands nationalem KI-Programm verknüpfte Firma verdächtig ist, milliardenschwere Server von Super Micro Computer, bestückt mit Nvidia-Chips der Spitzenklasse, am US-Exportverbot vorbei nach China geschleust zu haben. Als Endkunde soll demnach kein Geringerer als Alibaba aufgetaucht sein.
Der Weg der Chips: Bangkok als Umschlagplatz
Der mutmaßliche Zwischenhändler heißt laut Bloomberg „Company-1“, im echten Leben soll es sich um die in Bangkok ansässige OBON Corp handeln. Das Schema war offenbar nicht besonders kreativ, aber anscheinend lange unentdeckt: Server wurden über Taiwan nach Südostasien geleitet, dort in unmarkierte Kartons umgepackt und dann weiter nach China verschoben. Prosecutors zufolge bewegte die Gruppe dabei mindestens 2,5 Milliarden Dollar in US-amerikanischer KI-Technologie, mehr als 500 Millionen davon allein zwischen April und Mitte Mai 2025.
Das US-Justizministerium hatte im März bereits Super-Micro-Mitgründer Yih-Shyan Liaw, Vertriebsmanager Ruei-Tsang Chang und Auftragnehmer Ting-Wei Sun angeklagt. Nun kommt mit Alibaba ein weiterer, deutlich prominenterer Name ins Spiel.
Super Micro Computer Aktie Chart
Alibaba dementiert, Bloomberg beharrt
Ein Alibaba-Sprecher teilte Bloomberg mit, das Unternehmen unterhalte keine Geschäftsbeziehung zu Super Micro, OBON oder irgendwelchen Drittbrokern aus der Anklageschrift. Das klingt eindeutig. Ob es reicht, um die Geschichte aus der Welt zu schaffen, ist eine andere Frage.
Nvidia selbst hatte die Hochleistungschips für China schon 2022 vom Markt genommen, nachdem Washington Exportverbote wegen möglicher militärischer Nutzung verhängte. Der H200, zweitstärkster Chip im Nvidia-Portfolio, wurde im Januar dieses Jahres unter bestimmten Bedingungen wieder freigegeben. Genau diese Lücke zwischen Verbot und Ausnahme macht das Schmuggel-Geschäft so lukrativ.
Super Micro steckt schon tief im Schlamassel
Für Super Micro kommt die Alibaba-Meldung zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt. Aktionäre hatten das Unternehmen im März bereits wegen Wertpapierbetrugs verklagt, der Vorwurf: Super Micro soll seine Abhängigkeit von China-Verkäufen verschleiert haben, die gegen US-Exportgesetze verstießen. Jetzt steht der Name des Unternehmens erneut im Mittelpunkt eines noch größeren Schmuggelvorwurfs. 2,5 Milliarden Dollar ist keine Summe, die man so schnell wieder loswird.
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