Super Micro Computer hat am Dienstag bestätigt, was viele Anleger schon ahnten: Es läuft eine unabhängige Untersuchung gegen zwei ehemalige Mitarbeiter und einen Auftragnehmer, denen vorgeworfen wird, Nvidia-betriebene Server illegal nach China verschifft zu haben. Der Fall ist schon allein wegen der Methoden bemerkenswert, die die Angeklagten demnach angewandt haben sollen. Laut Anklageschrift nutzten sie Haartrockner, um Etiketten und Seriennummern von den echten Servern zu entfernen und diese dann auf Attrappen zu kleben, die zurückgelassen wurden, während die Originalgeräte auf dem Weg nach China waren.
2,5 Milliarden Dollar und keine Exportgenehmigung
Die Dimensionen sind nicht klein. Die Anklageschrift beziffert den durch die mutmasslichen Schmuggel-Operationen generierten Umsatz auf rund 2,5 Milliarden Dollar seit 2024. Allein zwischen Ende April 2025 und Mitte Mai 2025 sollen 510 Millionen Dollar über ein südostasiatisches Unternehmen nach China geflossen sein. Und das alles ohne die notwendige Exportgenehmigung des US-Handelsministeriums für Server mit Nvidia-GPUs.
Unter den Beschuldigten befindet sich Yih-Shyan „Wally“ Liaw, Mitgründer von Super Micro aus dem Jahr 1993 und seit 2023 Mitglied des Aufsichtsrats. Ruei-Tsan „Steven“ Chang war Vertriebsleiter im Taiwan-Büro, Ting-Wei „Willy“ Sun ein externer Auftragnehmer. Liaw und Sun plädieren auf nicht schuldig. Chang ist bislang nicht gefasst.
Super Micro Computer Aktie Chart
Das Untersuchungs-Aufgebot
Super Micro lässt nun auffahren, was an unabhängiger Prüfungskapazität verfügbar ist. Die Untersuchung wird von zwei unabhängigen Board-Mitgliedern geleitet: Scott Angel, der fast vier Jahrzehnte bei Deloitte verbrachte, davon 25 Jahre als Prüfungspartner, und Tally Liu, Vorsitzender des Prüfungsausschusses und ebenfalls 25 Jahre als zertifizierter Wirtschaftsprüfer tätig. Dazu kommt die Anwaltskanzlei Munger, Tolles und Olson, die wiederum AlixPartners als unabhängigen Berater hinzugezogen hat. Und das alles in Zusammenarbeit mit BDO USA, dem regulären Abschlussprüfungsunternehmen von Super Micro.
CEO Charles Liang gab sich in einem Statement betont staatstragend: Super Micro sei „dem Schutz der fortschrittlichen Technologien und des geistigen Eigentums Amerikas verpflichtet“. Einen konkreten Zeitplan für den Abschluss der Untersuchung gibt es noch nicht.
November wird interessant
Der Prozess soll Anfang November beginnen. Bis dahin dürften weitere Details ans Licht kommen, die erklären, wie ein Schmuggelnetzwerk dieser Größenordnung über so lange Zeit unbemerkt blieb. Oder zumindest fast unbemerkt. Die Haartrockner-Methode hat jedenfalls irgendwann nicht mehr gereicht.
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