Die Aktie von Super Micro Computer (SMCI) steht massiv unter Druck. Der Grund: Der KI-Infrastruktur-Spezialist kündigte eine Kapitalerhöhung an – und die fällt heftiger aus als erwartet. Am Freitag schloss die Aktie bei 30,46 US-Dollar, ein Minus von knapp 26,8 Prozent innerhalb einer Woche.
Kapitalbedarf trotz Rekordauftragsbestand
Das Unternehmen will mit einem Bündel aus Maßnahmen bis zu sieben Milliarden US-Dollar einsammeln. Das Paket umfasst die Platzierung von 45,45 Millionen Aktien zu 27,50 US-Dollar sowie 75 Millionen Hinterlegungsscheine für Vorzugsaktien. Dazu kommt ein ATM-Programm über 1,25 Milliarden US-Dollar für zusätzliche Flexibilität.
Das Management begründet den Schritt mit dem Bedarf an Komponenten. Der Auftragsbestand soll bei 39 Milliarden US-Dollar liegen – aufgelaufen in den letzten Wochen bei mehr als 20 Kunden. Gewaltige Zahlen für einen Serverhersteller.
Doch Vorsicht: Analysten weisen darauf hin, dass es sich um unverbindliche Bestellungen handelt. Diese sind jederzeit stornierbar oder verschiebbar.
Zweifel an Substanz der Aufträge
Die Skepsis der Anleger hat handfeste Gründe. Im letzten Quartal wies das Unternehmen einen operativen Cashflow von minus 6,6 Milliarden US-Dollar aus. Die Kassenbestände von 1,3 Milliarden US-Dollar stehen Bankschulden von 8,8 Milliarden US-Dollar gegenüber. Hinzu kommen offene Fragen zur Unternehmensführung und zu internen Kontrollen.
Die Kapitalerhöhung trifft auf ein angespanntes Sentiment. Die Aktie notiert knapp unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 32,26 US-Dollar und mehr als 12 Prozent unter dem 200-Tage-Durchschnitt von 34,88 US-Dollar.
Vom 52-Wochen-Hoch bei 60,71 US-Dollar trennen den Titel fast 50 Prozent. Das Tief von 19,48 US-Dollar liegt gut 56 Prozent unter dem aktuellen Kurs.
Analysten warnen vor Margendruck
Die Wall Street reagiert zurückhaltend. Wedbush-Analyst Matt Bryson bewertet die Aktie mit „Neutral“ und einem Kursziel von 34 US-Dollar. Andere Analysten skizzieren ein breites Szenario: Im optimistischen Fall 60 US-Dollar, im pessimistischen 18 US-Dollar.
Das hängt vor allem an den Margen. Super Micro rechnet mit Bruttomargen von acht bis zehn Prozent – schmal für das Geschäft mit Servern.
Der Ausblick für das laufende Geschäftsjahr: Umsätze zwischen 38,9 und 40,4 Milliarden US-Dollar. Ob der riesige Auftragsbestand in reale Erlöse umschlägt, bleibt abzuwarten. Die nächsten Quartalszahlen werden zeigen, ob die Bestellungen Substanz haben oder nur Luftnummern sind – bis dahin bleibt die Aktie eine Wette auf die Glaubwürdigkeit des Managements.
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