Süss MicroTec Aktie: Umbau kostet Prognose

Symbolbild, KI-generiert

Niedrigere Umsatzerwartungen und eine reduzierte EBIT-Marge prägen den Ausblick; Jefferies sieht verschobene Erlöse statt verlorener Aufträge.

Auf einen Blick:
  • Fertigung künftig in Taiwan und Sternenfels
  • Rund 70 Beschäftigte von Anpassungen betroffen
  • 2026-Umsatzprognose auf 405 bis 425 Millionen Euro gesenkt
  • Jefferies reduziert Kursziel, bestätigt Kaufempfehlung

Aus „Optimierung“ wird eine Prognosesenkung. Süss MicroTec bündelt die Fertigung neu und kappt dafür die Jahresziele. Die Aktie fiel am Dienstag zeitweise um gut 13 Prozent und erreichte das tiefste Niveau seit März.

Produktion wandert nach Asien

Künftig fertigt der Chipzulieferer an den Standorten Zhubei in Taiwan und Sternenfels in Deutschland. Garching verliert damit Produktionsaktivitäten. Rund 70 Mitarbeitende sind von der Anpassung der Personalstruktur betroffen. Forschung, Entwicklung und die Konzernzentrale bleiben in Deutschland und sollen ausgebaut werden.

COO Thomas Rohe spricht von einer effizienteren und stärker skalierbaren Fertigungsstruktur. Hintergrund ist laut Analysten die Nachfrage nach Belichtungsanlagen (Mask Aligner), die die vorhandenen Kapazitäten übersteigt.

Die Einmalaufwendungen beziffert das Unternehmen auf rund 6,2 Millionen Euro, davon 4,5 Millionen Euro im laufenden Jahr.

Ausblick deutlich gesenkt

Für 2026 erwartet Süss nun einen Umsatz von 405 bis 425 Millionen Euro. Bisher standen 425 bis 485 Millionen Euro im Plan. Die EBIT-Marge soll bei 5 bis 7 Prozent liegen, zuvor waren es 8 bis 10 Prozent.

Die Bruttomarge bleibt bei 35 bis 37 Prozent. Neben den Umsatzverschiebungen belastet eine angespannte Liefersituation bei einzelnen Komponenten. CFO Cornelia Ballwießer nennt die Belastungen „bewusste Ausgaben“ in Skalierbarkeit und Effizienz.

Der Kurs spiegelt die Enttäuschung. Zuletzt stand die Aktie bei 49,36 Euro, rund 5,7 Prozent im Minus. Vom Rekordhoch im Juni bei gut 118 Euro haben die Papiere mehr als 60 Prozent verloren. Seit Jahresbeginn liegt das Plus noch bei 16 Prozent.

Jefferies sieht Verschiebung, keinen Verlust

Jefferies senkte das Kursziel von 109 auf 84 Euro, blieb aber bei „Buy“. Analyst Janardan Menon verweist darauf, dass Süss nicht von entgangenen Aufträgen ausgehe. Die Umsätze fielen lediglich später an, nämlich erst 2027. Entsprechend kappte er seine Schätzungen für 2026 und hob die für 2027 an. Die Aktie hält er für attraktiv bewertet.

Marktteilnehmer stoßen sich zudem an der Kommunikation: Ein Teil der Anleger empfindet die Rede von „Optimierung“ bei einer faktischen Gewinnwarnung als beschönigend.

Konkrete Zahlen liefert Süss am 5. November. Dann legt der Konzern wie geplant die Ergebnisse zum dritten Quartal vor.

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