Der japanische Automobilhersteller Subaru sieht sich mit einem deutlichen Gewinnrückgang konfrontiert. Gestern veröffentlichte Geschäftszahlen für das abgelaufene Quartal zeigen einen Einbruch des operativen Gewinns um 44 Prozent auf 42,6 Milliarden Yen. Hauptgrund für diese Entwicklung sind massiv gestiegene Ausgaben für Verkaufsanreize, insbesondere im Bereich der Elektromobilität, sowie wachsende Marketingkosten.
Drastischer Rückgang des operativen Ergebnisses
Die finanzielle Performance des Unternehmens blieb im jüngsten Berichtszeitraum hinter den Erwartungen zurück. Während der Umsatz mit 1,3 Billionen Yen weitgehend stabil blieb und im Rahmen der Prognosen lag, verfehlte das Ergebnis je Aktie (EPS) die Schätzungen der Analysten deutlich. Mit 69,02 Yen lag das EPS rund 29 Prozent unter dem Marktkonsens.
An der Börse in Tokio reagierten die Anleger prompt auf die Nachrichten: Das Papier verzeichnete dort zeitweise einen Kurssturz von 5,5 Prozent auf 2.568 Yen. Auch im hiesigen Handel spiegelt sich die schwierige Verfassung wider. Mit einem Schlusskurs von 14,18 Euro am Freitag verzeichnet der Wert seit Jahresbeginn ein Minus von 23,79 Prozent. Damit notiert das Papier aktuell 28,41 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 19,80 Euro, das im November des vergangenen Jahres erreicht worden war.
Kostspielige Anreize für Elektromodelle
Besonders die Strategie, den Absatz von Elektrofahrzeugen (EV) durch hohe Rabatte zu forcieren, belastet die Bilanz spürbar. Medienberichten zufolge gibt Subaru derzeit fast 10.000 US-Dollar pro Fahrzeug aus, um seine neuen Elektromodelle im Markt zu platzieren. Allein für das Modell Solterra wurden Anreize in Höhe von 9.650 US-Dollar gewährt. Auch bei den Modellen Uncharted und Trailseeker lagen die Förderungen mit 9.155 beziehungsweise 8.982 US-Dollar auf einem sehr hohen Niveau.
Insgesamt schmälerten diese Verkaufsförderungen den Gewinn um rund 24,9 Milliarden Yen. Trotz dieser massiven finanziellen Anstrengungen blieb der Absatzerfolg teilweise hinter den Hoffnungen zurück. So sank der Absatz des Modells Solterra bis Juli um 34 Prozent auf 5.275 Einheiten. Insgesamt konnte das Unternehmen in diesem Zeitraum 11.638 Elektroautos absetzen. Zusätzlich stiegen die allgemeinen Marketingkosten um 40 Prozent auf durchschnittlich 2.698 US-Dollar pro Fahrzeug.
Analysten erwarten Erholung im nächsten Jahr
Trotz der aktuellen Schwächephase blicken Marktbeobachter für das kommende Jahr verhalten optimistisch auf den japanischen Konzern. Für das Geschäftsjahr 2027 rechnen Analysten im Konsens mit einem Umsatzanstieg auf 5,15 Billionen Yen, was einem Plus von 6,8 Prozent entsprechen würde. Beim Ergebnis je Aktie wird sogar eine Verdopplung auf 244 Yen prognostiziert.
Das durchschnittliche Kursziel der Experten liegt derzeit bei 2.730 Yen, wobei die Schätzungen in einer breiten Spanne zwischen 2.200 und 3.650 Yen variieren. Ein europäisches Bankhaus hatte seine Einschätzung zuletzt leicht nach unten korrigiert und das Ziel auf 3.400 Yen festgesetzt. Neben den Kosten für die Elektro-Offensive behalten Investoren auch die Produktionszahlen im Blick, nachdem die heimische Fertigung in Japan im April um 20,6 Prozent auf etwa 40.261 Einheiten gesunken war. Zur Stärkung der Marktposition setzt Subaru unterdessen auf neue Varianten bewährter Modelle, wie eine kürzlich eingeführte preisgünstigere Version des Forester.
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