Aus Ankündigung wird Vollzug: Beretta Holding hat sein Übernahmeangebot für Sturm Ruger offiziell gestartet. Der italienische Waffenhersteller bietet 44,80 Dollar je Aktie in bar und will damit seine Beteiligung deutlich ausbauen. Was seit Frühjahr als Absichtserklärung im Raum stand, ist jetzt ein bindendes Angebot mit Frist.
Deutlicher Aufschlag auf den Kurs
Die gebotenen 44,80 Dollar liegen rund 21 Prozent über dem Schlusskurs vom Vortag der Angebotsveröffentlichung. Gemessen am 60-Tage-Durchschnittskurs zum Zeitpunkt der ursprünglichen Ankündigung im März 2026 entspricht das einem Aufschlag von etwa 20 Prozent. Beretta will bis zu 2.400.184 Aktien einsammeln – eine Marke, die exakt zur angestrebten Aufstockung der Beteiligung passt.
Zuletzt hielt die Luxemburger Holding knapp zehn Prozent an Ruger. Mit dem Teilangebot dürfte sich der Anteil in Richtung 25 Prozent bewegen, was Beretta nach bisherigen Berichten auch das Recht einräumen soll, zwei Sitze im Board zu besetzen. Das Angebot ist weder an eine Finanzierungsbedingung noch an eine Mindestannahmequote geknüpft – ein Detail, das Beretta erkennbar Flexibilität sichert, ohne den Ausgang zu präjudizieren.
Uhr tickt bis Mitte Oktober
Aktionäre haben nun bis zum 15. Oktober 2026 Zeit, ihre Aktien anzudienen, sofern die Frist nicht verlängert wird. Die Abwicklung übernimmt Saratoga Proxy Consulting als Informationsagent. Offen bleibt, wie viele Aktionäre das Angebot tatsächlich annehmen und ob Ruger selbst noch eine offizielle Stellungnahme in Form eines Solicitation/Recommendation Statement bei der SEC einreicht.
Für Ruger-Aktionäre bedeutet der 15. Oktober den entscheidenden Stichtag: Bis dahin muss die Entscheidung fallen, ob sie ihre Anteile zum gebotenen Preis abgeben oder auf eine mögliche weitere Entwicklung setzen.
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