Stromkonzerne: 1,4 Billionen Dollar – und die Verbraucher zahlen die Rechnung!

US-Versorger erhöhen ihre Investitionspläne für Netzmodernisierung und KI-Bedarf massiv auf 1,4 Billionen Dollar. Diese Kosten werden langfristig über steigende Strompreise an Kunden weitergegeben.

Auf einen Blick:
  • US-Versorger erhöhen Capex-Pläne um mehr als 20% auf 1,4 Billionen Dollar bis 2030
  • Steigende Investitionen gelten als Vorbote künftiger Strompreiserhöhungen
  • Südosten der USA mit 572 Milliarden Dollar als größter Hotspot
  • Etwa die Hälfte der Mittel fließt in die Erneuerung des veralteten Übertragungsnetzes

1,4 Billionen Dollar. Diese Zahl hat es in sich. US-amerikanische Versorger haben ihre Investitionspläne für die nächsten fünf Jahre um mehr als 20 Prozent nach oben geschraubt, von 1,1 Billionen im Vorjahr auf nun 1,4 Billionen Dollar bis 2030. Das geht aus einem aktuellen Bericht der Energie-Non-Profit-Organisation PowerLines hervor, die dafür 51 Quartalsberichte von Versorgungsunternehmen ausgewertet hat.

Der offizielle Grund: ein alterndes Stromnetz modernisieren, steigende Nachfrage durch den KI-Boom bedienen. Was aber kaum jemand laut sagt: Irgendwer muss das bezahlen. Und das wird am Ende der Stromkunde sein.

„Noch nicht in den Rechnungen angekommen“

PowerLines-Direktor Charles Hua formuliert es diplomatisch. Die Investitionserhöhungen seien „noch nicht vollständig in den Rechnungen der Verbraucher angekommen“, sagt er. Capex-Pläne und Preiserhöhungen seien „führende Indikatoren“ für die künftige Entwicklung der Strompreise. Mit anderen Worten: Was jetzt geplant wird, landet in ein paar Jahren auf der Jahresabrechnung.

Schon heute steigen die Strompreise in den USA schneller als die allgemeine Inflation. Laut Bureau of Labor Statistics legten die Energiekosten im März um 4,6 Prozent im Jahresvergleich zu, während die Gesamtinflation bei 3,3 Prozent lag. Der Abstand dürfte sich kaum verringern.

Der Südosten brennt

Besonders auffällig ist die regionale Verteilung. Der Südosten der USA gilt laut Bericht als „besonderer Hotspot“, mit geplanten Investitionen von 572 Milliarden Dollar. Das ist mehr als doppelt so viel wie in jeder anderen Region. Wer dort Versorger im Depot hält, sitzt näher am Geschehen als anderswo.

Rund die Hälfte der Gesamtinvestitionen soll in die Erneuerung des Übertragungsnetzes fließen, große Teile davon sind Jahrzehnte alt. Genehmigungsverfahren, regionaler Widerstand und Lieferkettenprobleme machen solche Projekte erfahrungsgemäß teurer und länger als geplant. Wer also glaubt, die 1,4 Billionen seien das letzte Wort, irrt wohl.

Für Anleger im XLU: schöne Aussichten, bittere Wahrheit

ETFs wie der Utilities Select Sector SPDR® Fund (XLU), der VPU oder der FUTY bieten Zugang zu genau diesen Unternehmen. Steigende Capex-Pläne bedeuten für Versorger zunächst höhere Schulden und Investitionslasten, langfristig aber regulatorisch gesicherte Renditen, denn die Kosten werden über Tarifanpassungen weitergegeben. Das Geschäftsmodell ist demnach stabil, solange die Regulierer mitspielen.

Für den Verbraucher sieht die Gleichung weniger erfreulich aus. Der KI-Boom braucht Strom. Den Strom liefern die Versorger. Und die Rechnung dafür? Die liegt schon bald in der Post.

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