Wachstum beschleunigt, Marge steigt, Kasse voller — und ausgerechnet jetzt räumt der Firmenchef seinen Posten. Straumann liefert mit den Halbjahreszahlen ein Bild aus zwei Geschichten: robuste operative Entwicklung auf der einen Seite, ein überraschender Führungswechsel auf der anderen.
Umsatz und Marge ziehen an
Im zweiten Quartal beschleunigte sich das organische Wachstum auf 8,5 Prozent, nach 7,8 Prozent im ersten Halbjahr. Der Umsatz stieg auf 1,38 Milliarden Franken, ein Plus von 2,3 Prozent in Franken gerechnet. Besonders EMEA und Nordamerika legten mit jeweils über acht Prozent organisch zu, während Lateinamerika zweistellig wuchs.
China bleibt die Schwachstelle im Portfolio, allerdings mit erkennbarer Stabilisierung. Straumann berichtet von sich erholenden Patientenströmen und stabilisierten Distributorenlagern. Der geplante VBP-2.0-Prozess der chinesischen Behörden könnte in der zweiten Jahreshälfte starten, die Umsetzung ist für Anfang 2027 vorgesehen.
Der freie Cashflow legte um 49 Prozent auf 168,6 Millionen Franken zu — Investitionen sanken deutlich, während Produktivität in der Fertigung und verbesserte Lieferketten die Kernprofitabilität stützten.
Der Nettogewinn stieg leicht auf 250,7 Millionen Franken, verfehlte damit aber die Konsensschätzung von rund 257 Millionen Franken. Grund dafür waren Rechts- und M&A-bezogene Kosten, die das operative Plus teilweise auffraßen. Der bereinigte Kernnettogewinn kletterte hingegen um 15,7 Prozent auf 262 Millionen Franken.
Führungswechsel an der Spitze
Parallel zu den Zahlen verkündete Straumann einen Wechsel im Topmanagement. CEO Guillaume Daniellot verlässt das Unternehmen nach fast 20 Jahren. Sein Nachfolger wird Christopher Norbye, der zuletzt Beijer Ref leitete und zuvor an der Spitze von Assa Abloy stand.
Norbye soll im Oktober zu Straumann stoßen, um die Übergabe vorzubereiten. Daniellot bleibt bis Ende November im Amt und unterstützt den Wechsel, unter anderem im Kontakt mit wichtigen Kunden. Ab dem 1. Dezember übernimmt Norbye offiziell das Ruder.
Für das Gesamtjahr 2026 hält Straumann an seiner Prognose fest: hochsingle-digit organisches Umsatzwachstum sowie eine Ausweitung der Kern-EBIT-Marge um rund 140 bis 170 Basispunkte bei konstanten Wechselkursen zu 2025. Diese im Juni bereits angehobene Profitabilitätsprognose bleibt damit unverändert bestehen — trotz des angekündigten Chefwechsels und der belasteten Gewinnzahlen im ersten Halbjahr.
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