Strategy und Broadcom im Höhenflug — Intel und Verisk am Boden

KI-Euphorie und Bitcoin-Rally treiben Broadcom und Strategy auf neue Höhen, während Intel und Verisk unter Druck geraten.

Auf einen Blick:
  • Strategy profitiert von Bitcoin-Anstieg
  • Broadcom erreicht neues Allzeithoch
  • Intel verliert Marktanteile an AMD
  • Verisk trotz guter Zahlen im Minus

Zwei Welten an einem Handelstag: Während Bitcoin-Fantasie und KI-Chips-Euphorie einzelne Nasdaq-Werte auf neue Hochs treiben, kämpfen andere mit Marktanteilsverlusten und Bewertungsskepsis. Der US-China-Gipfel in Peking lieferte zusätzlichen Zündstoff.

GewinnerKursVeränderung
Strategy163,26 €+7,4 %
Broadcom372,75 €+4,7 %
Old Dominion Freight Line168,82 €+4,5 %
VerliererKursVeränderung
Pinduoduo82,20 €−3,5 %
Intel99,43 €−3,1 %
Verisk Analytics135,00 €−2,2 %

Strategy: Bitcoin-Rally treibt den Kurs um 7,4 %

Strategy bleibt das, was es ist — ein strukturiertes Vehikel auf den Bitcoin-Kurs. Und gestern zahlte sich das aus. Der Bitcoin näherte sich der Marke von 80.000 USD, getrieben durch konstante ETF-Zuflüsse und sinkende Börsenreserven. Strategy profitierte direkt: Die Aktie sprang um 7,4 % auf 163,26 €.

Die Akkumulationsstrategie läuft auf Hochtouren. Allein zwischen dem 4. und 10. Mai erwarb das Unternehmen 535 weitere Bitcoin für rund 43 Millionen USD. Die Gesamtbestände stiegen damit auf knapp 820.000 BTC — unangefochtene Spitze unter allen börsennotierten Unternehmen.

Analysten bestätigen den Kurs: BTIG gab Anfang Mai ein Kaufrating mit Ziel 350 USD aus, TD Cowen hielt an 395 USD fest. Clear Street hob sein Kursziel auf 240 USD an und verwies auf die bereits im laufenden Jahr eingesammelten 11,7 Milliarden USD. Dass das erste Quartal einen Nettoverlust auswies, stört die Bitcoin-Bullen wenig — die Verluste gehen auf nicht zahlungswirksame Wertminderungen zurück. Im Monatsvergleich steht ein Plus von knapp 38 %, die Volatilität bleibt mit über 73 % annualisiert allerdings extrem.

Broadcom: Neues Allzeithoch dank KI-Chip-Boom

Broadcom markierte gestern mit 372,75 € ein frisches 52-Wochen-Hoch. Seit Anfang April hat die Aktie rund 40 % zugelegt. Der unmittelbare Impuls kam von Wells Fargo: Analyst Aaron Rakers hob sein Kursziel von 430 auf 545 USD an und behielt das „Overweight“-Rating bei.

Rakers Kernargument: Der Kursrückgang zu Jahresbeginn habe wichtige Katalysatoren ignoriert. Allen voran die sich vertiefende Partnerschaft mit Alphabet. Broadcom entwickelt Googles Tensor Processing Units, und eine neue Ankündigung öffnet erstmals einen Direktverkaufskanal — ausgewählte Kunden können TPUs nun für eigene Rechenzentren erwerben, statt sie ausschließlich über Google Cloud zu nutzen. Das schafft einen völlig neuen Absatzmarkt.

Fundamental untermauert wird die Rally durch starke Quartalszahlen: 19,31 Milliarden USD Umsatz im ersten Quartal 2026, ein Anstieg von 29 % gegenüber dem Vorjahr. Mit dem nahenden Earnings-Termin Anfang Juni bleibt die Nachfrage nach der Aktie hoch.

Old Dominion Freight Line: Logistik-Gewinner im Schatten der Tech-Rally

Abseits des Technologiesektors stach Old Dominion Freight Line hervor. Die Aktie legte 4,5 % auf 168,82 € zu und war damit der stärkste Nicht-Tech-Wert im Nasdaq-100.

BMO-Analyst Fadi Chamoun hatte das Kursziel auf 230 USD angehoben und verwies auf verbesserte Frühindikatoren im LTL-Frachtgeschäft. Steigende Volumina und günstige Gewichtstrends je Sendung signalisieren eine Nachfrageerholung. Die Q1-Zahlen fielen gemischt aus — der Umsatz sank zwar auf 1,33 Milliarden USD — der Gewinn je Aktie übertraf mit 1,14 USD die Erwartungen aber um fast 9 %.

Makroökonomischen Rückenwind lieferte der US-China-Gipfel. Eine Entspannung im Handelskonflikt würde Frachtvolumen auf nordamerikanischen Routen unmittelbar begünstigen. Strukturelle Trends wie Nearshoring und Branchenkonsolidierung spielen effizienten Anbietern wie Old Dominion zusätzlich in die Karten.

Pinduoduo: Regulierungsdruck und Temu-Unsicherheit belasten

Am anderen Ende des Spektrums verlor PDD Holdings 3,5 % auf 82,20 € — nahe dem 52-Wochen-Tief. Die Aktie steht seit Monaten unter Druck, mittlerweile notiert sie fast 17 % unter dem Jahresstartwert.

Eine laufende US-Untersuchung wegen mutmaßlicher Missstände bei chinesischen Behörden belastet das Sentiment. Steigende Betriebskosten und ein rückläufiger Betriebsgewinn verstärken die Skepsis. Die Wiederaufnahme direkter China-USA-Lieferungen durch die Temu-Plattform nach dem Handelswaffenstillstand weckt zusätzliche Unsicherheiten über künftige Kosten und Margen.

Beim Gipfel in Peking standen Zollfragen und der Marktzugang chinesischer Unternehmen auf der Agenda — für PDD und Temu ein hochrelevantes Thema. Die Quartalszahlen am 27. Mai dürften zeigen, wie stark das veränderte Handelsumfeld bereits auf die Bilanz durchschlägt. Analysten erwarten einen Gewinn je Aktie von 2,23 USD bei rund 21 % Umsatzwachstum.

Intel: Nach 500 % Rally setzen Gewinnmitnahmen ein

Intels gestrige Schwäche von −3,1 % wirkt im Kontext der vergangenen Monate fast vernachlässigbar. Die Aktie hat sich seit ihrem 52-Wochen-Tief bei 16,69 € verfünffacht. Allein seit Jahresbeginn steht ein Plus von knapp 196 %. Jetzt mehren sich die Warnsignale.

Eine UBS-Studie beziffert Intels Marktanteil im Server-CPU-Segment auf 54,9 % — ein Rückgang um 370 Basispunkte im Quartalsvergleich. AMD gewann 230 Basispunkte hinzu, ARM legte 140 Basispunkte zu. Das ist kein Ausreißer, sondern ein struktureller Trend: Im KI-Rechenzentrumsmarkt verliert Intel Boden.

Die Kernfrage lautet, wie viel des Foundry-Optimismus — einschließlich einer möglichen Chip-Fertigung für Apple — bereits im Kurs steckt. Analysten sprechen von „Käufererschöpfung“. Mit dem steilen Kursanstieg wuchs auch das Leerverkaufsinteresse spürbar. Beginnt eine so stark geshortete Aktie zu fallen, kann sich die Abwärtsdynamik selbst verstärken. Die Volatilität von über 93 % annualisiert unterstreicht das Risiko.

Verisk Analytics: Gute Zahlen, neues 52-Wochen-Tief

Ein paradoxes Bild bei Verisk Analytics: Das erste Quartal brachte einen Gewinn je Aktie von 1,82 USD — über der Prognose von 1,74 USD. Auch beim Umsatz lag das Unternehmen mit 783 Millionen USD über den Erwartungen. Trotzdem fiel die Aktie um 2,2 % auf 135,00 € und markierte damit ein neues 52-Wochen-Tief.

Die Erklärung liegt weniger in den Fundamentaldaten als in der relativen Bewertung. In einem Markt, der KI-Wachstumsgeschichten mit Prämien belohnt, gerät ein Datenanalyse-Spezialist mit moderaterem Wachstum ins Hintertreffen. Seit einem Jahr hat die Aktie rund die Hälfte ihres Wertes verloren.

Das Management reagiert: Ein beschleunigtes Aktienrückkaufprogramm über 1,5 Milliarden USD soll den Kurs stützen. Raymond James senkte zwar das Kursziel von 260 auf 230 USD, hielt aber am „Strong Buy“-Rating fest. Der Fokus auf KI-gestützte Produkte und strategische Rückkäufe bildet den Kern der Gegenstrategie — ob sie ausreicht, um die Bewertungslücke zu schließen, bleibt offen.

Nasdaq-100 zwischen Euphorie und Ernüchterung

Die Zweiteilung im Nasdaq-100 wird immer deutlicher. Auf der Gewinnerseite stehen:

  • KI-Infrastruktur: Broadcom profitiert von steigender ASIC-Nachfrage und neuen Absatzkanälen
  • Bitcoin-Proxys: Strategy reitet die Krypto-Welle mit maximaler Hebelwirkung
  • Logistik-Erholung: Old Dominion fängt erste Signale einer Frachtmarkt-Belebung auf

Auf der Verliererseite kämpfen Intel mit strukturellen Marktanteilsverlusten, Pinduoduo mit regulatorischem Gegenwind und Verisk mit einer Neubewertung durch den Markt. Der US-China-Gipfel in Peking könnte für mehrere dieser Titel zum Wendepunkt werden — besonders für exportabhängige Werte und den Technologie-Zugang zwischen den beiden größten Volkswirtschaften. Selektivität bleibt das Gebot der Stunde.

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