Strategy Inc. lässt sich von der jüngsten Talfahrt an der Börse nicht beirren. Zum 100. Mal hat das Unternehmen Bitcoin nachgekauft und damit seine Reserven weiter ausgebaut. Doch während Executive Chairman Michael Saylor in Las Vegas eine neue Ära der „digitalen Kredite“ ausruft, wächst unter Anlegern die Sorge: Kann das Modell der ständigen Aktienverwässerung bei sinkenden Kursen langfristig gutgehen?
Der Meilenstein im Detail
Trotz der massiven Kursverluste der letzten Monate hält das Management stur an seinem Kurs fest. Wie das Unternehmen bekannt gab, wurde die 100. Bitcoin-Akquisition seit dem Strategiewechsel im Jahr 2020 abgeschlossen. Für rund 39,8 Millionen US-Dollar wanderten weitere 592 Bitcoins in die Bilanz.
Finanziert wurde dieser Kauf erneut durch die Ausgabe neuer Aktien. Strategy Inc. nutzte sein „At-the-Market“-Programm, um Anteile zu verkaufen und den Erlös direkt in die Kryptowährung zu stecken. Mit nun insgesamt 717.722 gehaltenen Bitcoins zementiert der Konzern seinen Status als weltweit größte Bitcoin-Treasury eines Unternehmens.
Flucht nach vorn: Digitale Kredite
Auf der hauseigenen Konferenz „Strategy World 2026“, die gestern in Las Vegas endete, präsentierte Michael Saylor eine Erweiterung des Geschäftsmodells. Der Fokus verschiebt sich vom reinen Halten der Bestände hin zu einer aktiveren Nutzung des Kapitals. Unter dem Schlagwort „Digital Credit“ plant das Unternehmen, strukturierte Finanzinstrumente auf Basis von Solana einzuführen.
Ziel ist es, die riesigen Bitcoin-Bestände produktiv zu machen und Erträge zu generieren, statt sie nur passiv in der Bilanz zu führen. Erste institutionelle Akzeptanz scheint vorhanden: Die Krypto-Bank Anchorage Digital und Unternehmen wie Prevalon Energy signalisierten bereits Interesse an den neuen Instrumenten. Saylor sieht hier ein Marktpotenzial im Billionen-Bereich, sofern Bitcoin-gedeckte Kredite einen Teil des globalen Kreditmarktes erobern können.
Strategy Inc. Aktie Chart
Bewertungsabschlag und Verwässerung
Die aggressive Expansionsstrategie hat jedoch ihren Preis. Die Aktie steht mit einem Minus von über 18 Prozent seit Jahresanfang und einem Absturz von rund 72 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch massiv unter Druck. Marktbeobachter werten es als Warnsignal, dass der sogenannte mNAV (Marktwert des Nettovermögens) unter den Faktor 1 gefallen ist. Das bedeutet faktisch: Die Börse bewertet das Unternehmen aktuell niedriger als den reinen Wert seiner Bitcoin-Bestände.
Dies bringt das Management in eine Zwickmühle. Um weitere Bitcoin-Käufe zu finanzieren, muss Strategy Inc. eigene Aktien verkaufen. Da der Aktienkurs jedoch tief notiert – aktuell bei 109,80 Euro – führt dies zu einer stärkeren Verwässerung der Altaktionäre als bei hohen Kursen. Dennoch stehen dem Unternehmen noch Genehmigungen für Aktienverkäufe im Wert von über 37 Milliarden US-Dollar zur Verfügung, was die Debatte um die Kapitalkosten weiter anheizen dürfte.
Ausblick: Kritische Phase bis 2027
Die Transformation von einem Softwarehaus zu einem gehebelten Bitcoin-Investmentvehikel ist nun fast vollständig vollzogen. Für die weitere Entwicklung wird entscheidend sein, wie der Markt die neuen „Digital Credit“-Produkte aufnimmt und ob der Bitcoin-Kurs die nötige Stabilität liefert. Spätestens mit den in den Jahren 2027 und 2028 anstehenden großen Umschuldungen wird sich zeigen, ob die aggressive Wette auf die digitale Leitwährung finanziell tragfähig bleibt.
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