Strategy startet in eine ungewöhnlich ereignisreiche Woche. Am Montag findet die Hauptversammlung 2026 statt — und die Abstimmung über die Dividendenstruktur der Vorzugsaktien könnte das Vertrauen in das gesamte Bitcoin-Finanzierungsmodell des Unternehmens beeinflussen.
Hauptversammlung: Mehr als Routine
Die Tagesordnung enthält fünf Punkte. Neben der Wahl von acht Direktoren und der Bestätigung von KPMG als Abschlussprüfer steht ein Vorschlag zur Abstimmung, der Marktbeobachter besonders interessiert: Strategy will die Dividendenzahlungen auf die Variable Rate Series A Perpetual Stretch Preferred Stock von einmal auf zweimal monatlich umstellen.
Das Unternehmen betont, die Gesamthöhe der Dividenden bleibe unverändert. Auch der Dividendensatz ändert sich nicht. Lediglich der Rhythmus soll sich verdoppeln — mit zwei Stichtagen und zwei Zahlungsterminen pro Monat.
Das klingt technisch. Ist es aber nicht vollständig. Häufigere Ausschüttungen könnten die Liquidität im Vorzugsaktienmarkt verbessern und Reinvestitionsverzögerungen reduzieren. Für Stammaktionäre ist die eigentliche Frage eine andere: Stabilisiert das die Finanzierungsstruktur — oder betont es die wiederkehrenden Cashforderungen?
Bitcoin verkauft, Aktien ausgegeben
Die Kapitalstruktur von Strategy ist eng mit dem Bitcoin-Bestand verknüpft. Ende Mai hielt das Unternehmen rund 843.700 Bitcoin zu einem durchschnittlichen Kaufpreis von etwa 75.700 Dollar. Der Gesamteinsatz liegt bei knapp 64 Milliarden Dollar.
Parallel dazu verkaufte Strategy zwischen dem 26. und 31. Mai rund 802.000 Stammaktien über sein At-the-Market-Programm und erzielte dabei 128,3 Millionen Dollar. Außerdem veräußerte das Unternehmen 32 Bitcoin für 2,5 Millionen Dollar — zu einem Durchschnittspreis von 77.135 Dollar je Coin. Die Erlöse aus dem Bitcoin-Verkauf sollen Ausschüttungen auf Vorzugsaktien finanzieren.
Als Liquiditätspuffer hält Strategy eine Dollarreserve von 900 Millionen Dollar. Diese ist ausdrücklich für Vorzugsdividenden und Zinsen auf ausstehende Schulden vorgesehen.
Kursdruck und Makrokalender
Die Aktie kommt angeschlagen in die Woche. Am Freitag schloss sie bei 104,52 Euro — ein Tagesverlust von gut 6 Prozent. Über 30 Tage summiert sich das Minus auf mehr als 34 Prozent. Der Abstand zum 200-Tage-Durchschnitt bei 167,52 Euro beträgt knapp 38 Prozent. Der RSI liegt bei 31,2 und nähert sich damit dem überverkauften Bereich.
Hinzu kommt der Makrokalender. Am Mittwoch veröffentlicht das Bureau of Labor Statistics die US-Verbraucherpreisdaten für Mai. Am Donnerstag folgen die Erzeugerpreise. Beide Datenpunkte erscheinen vor der nächsten Fed-Sitzungsperiode und können die Risikobereitschaft für Bitcoin-nahe Aktien direkt beeinflussen. Bitcoin selbst notierte zuletzt bei rund 61.900 Dollar — ein leichtes Plus gegenüber dem Vortagsschluss.
Zwei Checkpoints also: Montag die Hauptversammlung, Mitte der Woche die Inflationsdaten. Wie der Markt auf beides reagiert, dürfte den Kurs bis zum Wochenende maßgeblich prägen.
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