Die Bitcoin-Strategie von Strategy gerät unter Druck. Neue Kennzahlen offenbaren eine empfindliche Lücke zwischen den Finanzierungskosten und dem tatsächlichen Wachstum der Krypto-Bestände pro Aktie. Der Markt reagierte prompt und schickte das Papier am Freitag mit über sieben Prozent ins Minus.
Die Lücke in der Kalkulation
Das Unternehmen führte im zweiten Quartal die Kennzahl „BTC Hurdle ARR“ ein. Dieser Wert liegt aktuell bei 10,8 Prozent. Er beschreibt die effektiven Kreditkosten, die Strategy für sein aggressives Kaufprogramm stemmen muss. Dem steht der sogenannte „BTC Yield“ gegenüber.
Hier liegt das Problem. Dieser Ertrag gibt an, wie stark der Bitcoin-Besitz pro Aktie durch Zukäufe wirklich steigt. Aktuell liegt dieser Wert bei lediglich 4,5 Prozent. Die Kosten für neues Kapital überholen derzeit also das Tempo der Bitcoin-Akkumulation.
Die Folge: Die massive Verwässerung durch neue Aktien und Kredite zehrt den Wertzuwachs auf. Das Ziel, den Bitcoin-Bestand schneller als die Aktienanzahl zu steigern, bleibt vorerst unerreicht.
Abschied vom Dogma
Lange Zeit galt in der Konzernzentrale das Prinzip, die digitalen Bestände niemals anzurühren. Davon rückt Strategy nun ab. Zur Finanzierung von Dividenden und Zinsverpflichtungen verkaufte die Firma Bitcoin im Wert von rund 218 Millionen US-Dollar.
Das Kapitalmarktgeschäft läuft parallel dazu auf Hochtouren. Seit Jahresbeginn sammelte das Unternehmen 17,06 Milliarden US-Dollar über neue Aktienemissionen ein. Ein Teil dieser Mittel fließt in eine Barreserve von 3,75 Milliarden US-Dollar. Diese Summe soll die Zahlungsverpflichtungen der kommenden zwei Jahre absichern.
Bestandswachstum trotz Verlusten
Ungeachtet der operativen Herausforderungen wächst der digitale Vorrat weiter. Ende Juli hielt Strategy insgesamt 843.775 Bitcoin in der Bilanz. Das entspricht einem Zuwachs von 25 Prozent gegenüber dem Jahresanfang.
Strategy setzt ferner auf ein neues Finanzinstrument namens STRC. Über diesen digitalen Kredit sammelte die Firma bereits 7,53 Milliarden US-Dollar ein. Die Führungsebene plant, diese Papiere künftig zurückzukaufen, sollten sie an der Börse unter ihren Nennwert fallen.
Derzeit notiert die Aktie bei 78,12 Euro. Das Papier liegt damit fast 78 Prozent unter seinem Vorjahreswert. Für die Jahre 2025 bis 2027 peilt Strategy eine jährliche Bitcoin-Rendite von vier bis acht Prozent an. Aktuell bewegt sich das Unternehmen jedoch lediglich am untersten Rand dieser Zielspanne.
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