MicroStrategy bricht mit einem eisernen Prinzip. Der Softwarekonzern öffnet die Tür, um Bitcoin im Milliardenwert zu verkaufen. Die Börse reagierte am Montag zunächst euphorisch. Am Dienstag folgte der harte Absturz.
Neue Flexibilität beim Bitcoin
Das Management hat das „Digital Credit Capital Framework“ vorgestellt. Im Zentrum steht eine neue Reservepolitik in US-Dollar. Das Unternehmen hielt Ende Juni rund 2,55 Milliarden Dollar in dieser Kasse.
Das Ziel: Ein Puffer für mindestens zwölf Monate. Dafür benötigt MicroStrategy rund 1,76 Milliarden Dollar. Das Geld deckt Zinsen und Vorzugsdividenden ab. Um diese Liquidität zu sichern, greift der Vorstand zu einer drastischen Maßnahme.
MicroStrategy darf künftig Bitcoin im Wert von bis zu 1,25 Milliarden Dollar verkaufen. Das Kapital fließt in die Dollar-Reserve oder finanziert Aktienrückkäufe. Michael Saylor betonte allerdings, dass Bitcoin die wichtigste Reservewährung des Unternehmens bleibt.
Milliarden für Rückkäufe
Neben den möglichen Bitcoin-Verkäufen lockt der Konzern mit mehr Geld für Aktionäre. Die jährliche Dividende für die Vorzugsaktien steigt ab Juli auf zwölf Prozent.
Parallel dazu startet ein massives Rückkaufprogramm. MicroStrategy erwirbt eigene Stamm- und Vorzugsaktien für jeweils eine Milliarde Dollar. Analysten werten diesen Schritt als Versuch, die Bilanz zu stabilisieren. Das Management will so den finanziellen Druck reduzieren.
Absturz nach der Euphorie
Anleger reagierten extrem volatil auf die neuen Pläne. Am Montag schloss die Aktie noch mit deutlichen Gewinnen bei gut 81 Euro.
Am Dienstag kippte die Stimmung komplett. Der Kurs rutschte um fast acht Prozent auf 74,82 Euro ab. Damit nähert sich das Papier gefährlich dem Jahrestief von 71,91 Euro.
Seit Januar hat MicroStrategy über 44 Prozent an Wert verloren. Der RSI-Indikator signalisiert mit einem Wert von knapp 30 mittlerweile eine überverkaufte Situation.
Die kommenden Wochen werden hart. Das Management muss beweisen, dass die neuen Milliarden-Rückkäufe den Aktienkurs tatsächlich stützen. Rutscht der Kurs unter die Marke von 71 Euro, droht ein weiterer Ausverkauf.
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