Manchmal kommt eine Meldung, die keinen großen Kommentar braucht. Strabag hat am Freitag einen Auftrag über rund 380 Millionen Euro an Land gezogen, 90 Prozent davon gehen auf das eigene Konto. Das ist kein kleiner Posten im Orderbuch.
Erlangen bekommt eine neue Schleuse
Im Auftrag des Wasserstraßen-Neubauamts Aschaffenburg baut die Strabag-Tochter Züblin gemeinsam mit Bauer Spezialtiefbau den Ersatzneubau der Erlanger Schleuse am Main-Donau-Kanal. Die bestehende Anlage stammt aus den frühen 1970ern, eine Sanierung ist technisch nicht mehr machbar. Also kommt ein Neubau, rund 300 Meter nördlich des alten Standorts, in Massivbetonbauweise, mit einer Kammerlänge von 190 Metern und einer Breite von 12,50 Metern. Ein halber Meter mehr als bisher.
Gebaut wird bis 2033. Während der gesamten Bauzeit bleibt der Kanal für die Schifffahrt offen, die alte Schleuse wird erst außer Betrieb genommen, wenn die neue fertig ist. Wassersparbecken sollen zudem dafür sorgen, dass bei jedem Schleusenvorgang rund 60 Prozent des Wassers zurückgehalten werden.
Schon das zweite Projekt in der Region
Was das Ganze zusätzlich interessant macht: Es ist nicht das erste Mal, dass Strabag in dieser Ecke des Main-Donau-Kanals tätig ist. Die Kriegenbrunn-Schleuse, nur wenige Kilometer entfernt, wird bereits seit 2024 ersetzt, ebenfalls von demselben Konsortium. Wer einmal Fuß fasst in einem Infrastruktursektor, kommt oft wieder. Strabag hat das in der Wasserstraßensparte offenbar geschafft.
Orderbuch wächst weiter
Vorstandsmitglied Jörg Rösler, zuständig für das Segment Nord und West, sprach von einer Stärkung der Position in einem „strategisch wichtigen Infrastruktursektor“. Das klingt nach Unternehmenskommunikation, ist aber in diesem Fall nicht falsch. Der Investitionsbedarf bei deutschen Wasserstraßen ist hoch, die Projekte sind groß, und Strabag steht offenbar gut in der Auftragsvergabe.
Die Aktie notiert aktuell mit einem Plus von gut einem Prozent, im laufenden Jahr sind es bereits elf Prozent. Für 380 Millionen Euro bekommt man in diesem Markt eine Menge Beton. Und eine solide Auftragslage bis 2033.
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