Liebe Leserinnen und Leser,
an der Börse werden Erwartungen gehandelt, heißt es. Wenn dem so ist, dann muss 2026 ein wirtschaftliches Spitzenjahr werden. Dass es zumindest nicht schlechter wird, zeigen die Makrodaten führender Wirtschaftsinstitute. Denen zufolge sollte das weltweite Wirtschaftswachstum 2026 bei etwa 3,2% liegen und damit 0,1% mehr als 2026. Bank-Analysten sehen das Wachstum etwas drunter (zB. Goldman Sachs 2,8%), aber immer noch so, dass es mit der weltweiten Wirtschaftsleistung robust weiter nach oben geht. Regional sollten die USA und China zu den größten Treibern gehören, wobei für China die Prognose ein bisschen günstiger ausfällt. Dank des US-Konsums und Investitionen sollen die Vereinigten Staaten jedoch auch wirtschaftlich stark bleiben.
Für die Unternehmen bedeutet das: Steigende Gewinne – und Statistikern zufolge sogar stark steigend. Die aktuelle Gewinnwachstumsprognose der US-Unternehmen aus dem S&P500 liegt bei sehr hohen 15%, was weit über dem historischen Schritt ist. Besonders erfreulich: Während in 2026 besonders KI-Unternehmen einen Wachstumsschub erfuhren, soll das Gewinnwachstum 2026 breiter ausfallen. Das vereinfacht die Aktienauswahl für Investoren. Und da das Gewinnwachstum die größte Triebfeder für die Aktienkurse ist, könnte es vielleicht sogar abermals zweistellig nach oben gehen mit den US-Aktien.
Je nach Investmentbank variieren die Prognosen für den marktbreiten S&P 500, zu den größten Bullen gehören dabei die Deutsche Bank und J.P. Morgan mit ihren Zielen von 8.000 Punkten – etwa 16% über dem heutigen Niveau. Zwar gibt es auch pessimistischere Schätzungen und viele Banken warnen vor einem instabilen Umfeld aufgrund politischer Faktoren, der Konsens sagt jedoch: 2026 wird abermals ein gutes Jahr an der Börse.
Die Vermutung ist durch das erwartete Wirtschafts- und Gewinnwachstum fundamental gut unterfüttert – und damit auch argumentativ überzeugend. Der entscheidende Impuls für das globale Wachstum kommt dabei natürlich aus dem Bereich Künstliche Intelligenz. Die massiven Investitionen in KI-Infrastruktur wirken bereits heute wie ein Konjunkturprogramm. Rechenzentren, Halbleiter, Netzwerke, Energieversorgung und Software schaffen Nachfrage über zahlreiche Branchen hinweg und sorgen dafür, dass das Wachstum nicht nur punktuell, sondern breit in der Wirtschaft ankommt.
Doch KI ist nicht nur ein Investitionstreiber, sondern auch ein Margentreiber. Unternehmen, die KI konsequent einsetzen, verbessern ihre Kostenstrukturen nachhaltig. Automatisierung, datenbasierte Entscheidungsprozesse und intelligente Software ersetzen zeitaufwendige Routinetätigkeiten und erhöhen die Wertschöpfung. Die steigende Produktivität bei gleichzeitig stabilen oder sogar sinkenden Kosten bieten einen idealen Nährboden für überdurchschnittliches Gewinnwachstum.
Einige Analysten ziehen deshalb einen historischen Vergleich und sehen die wirtschaftliche Bedeutung von KI auf einer Stufe mit der Erfindung der Dampfmaschine. Auch damals wurde nicht einfach nur eine neue Technologie eingeführt, sondern eine Produktivitätsrevolution ausgelöst, die ganze Wirtschaftsbereiche veränderte. Diese Einschätzung wird zunehmend auch von den Unternehmenslenkern geteilt. Erste CEOs gehen offen davon aus, dass ihre Organisationen die Produktivität in den kommenden Jahren um rund 20% steigern müssen, um wettbewerbsfähig zu bleiben – und dass dies ohne den konsequenten Einsatz von KI kaum erreichbar ist. KI wird damit zu einem Muss für Wettbewerbsfähigkeit.
Bemerkenswert ist dabei, dass die Sorge vor einer Überinvestition in KI bislang nur eine Nebenrolle spielt. Zwar gibt es vereinzelt Stimmen, die vor zu hohen Erwartungen warnen, doch die große Mehrheit der Analysten sieht die aktuellen Investitionen nicht am Bedarf vorbei, sondern als notwendige Vorleistung für eine neue Wachstumsphase. Anders formuliert: Die Infrastruktur wird aufgebaut, bevor sich der volle wirtschaftliche Nutzen in den Zahlen widerspiegelt – ein Muster, das aus früheren technologischen Umbrüchen bestens bekannt ist. In Summe entsteht so ein Umfeld, in dem sich wirtschaftliches Wachstum und steigende Unternehmensgewinne gegenseitig verstärken. KI ist also sowohl Konjunkturimpuls als auch Margenhebel – und liefert damit ein solides Fundament für die Erwartung, dass 2026 an den Börsen Gewinne erzielt werden können.
Ein weiterer Grund für die mehrheitlich erwartete positive Börsenentwicklung ist die Zinsentwicklung. Für 2026 rechnen viele Marktteilnehmer mit bis zu drei Schritten. Entscheidend ist dabei weniger die exakte Anzahl als die klare Richtung: Der Zinsdruck lässt nach. Sinkende Zinsen verbessern die Finanzierungsbedingungen, erhöhen die Investitionsbereitschaft und steigern den Barwert zukünftiger Gewinne. Davon profitieren vor allem wachstumsstarke Nasdaq-Unternehmen, deren Geschäftsmodelle auf langfristige Ertragsströme ausgerichtet sind. Hinzu kommt, dass Zinssenkungen voraussichtlich nicht als Krisenreaktion erfolgen, sondern als Normalisierung in einem stabilen wirtschaftlichen Umfeld. Die Inflation gilt weitgehend als unter Kontrolle, während sich die Konjunktur robust zeigt. Selbst wenn also am Ende nicht alle drei erwarteten Zinsschritte umgesetzt werden, reicht die Perspektive fallender Zinsen aus, um Bewertungen zu stützen und Kapital stärker in Richtung Aktien zu lenken – gut für die Börsen.
Ein weiterer Unsicherheitsfaktor, der sich 2026 als weniger belastend erweisen könnte als vielfach befürchtet, ist die Handelspolitik der USA. Zwar sorgt der anhaltende Zollstreit immer wieder für Schlagzeilen, doch mehren sich die Anzeichen, dass die tatsächlichen wirtschaftlichen Auswirkungen begrenzter ausfallen könnten als zu Beginn erwartet wurde. Viele Marktteilnehmer gehen davon aus, dass im politischen Alltag letztendlich pragmatischere Lösungen zum Tragen kommen als in der zugespitzten Rhetorik. Auch Trumps Berater wissen, dass Zölle inflationsfördernd wirken, Lieferketten schädigen und die Investitionsneigung senken. Vor diesem Hintergrund erscheint es plausibel, dass eine Eskalation vermieden wird – nicht zuletzt, um das wirtschaftliche Wachstum nicht unnötig zu gefährden. Mit den Mid-Terms in den USA vor Augen ist die Einschätzung verbreitet, dass bestehende Maßnahmen zumindest teilweise entschärft oder durch Ausnahmen und Übergangsregelungen abgemildert werden. Eine halbwegs berechenbare Handelspolitik kann ausreichen, um Investitionsentscheidungen zu erleichtern und Bewertungsabschläge zu reduzieren. Sollte sich auch diese Erwartung bestätigen, würde der politische Gegenwind für die Märkte 2026 spürbar nachlassen.
Die Bewertungen an den Börsen erscheinen sportlich. Doch dank des erwarteten Gewinnwachstums, KI-Investitionen und -Effizienzsteigerungen, Zinssenkungserwartungen sowie der Vermutung von nachlassenden politischen Unsicherheiten ist das nicht verwunderlich – und schließt keineswegs aus, dass viele Aktienkurse auch 2026 zweistellig zulegen. Es lohnt sich, die Investitionsquote hoch zu halten.
Ich wünsche ein frohes neues Jahr 2026!
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