Eine Aktie, die sich seit November 2025 fast vervierfacht hat — und die Analysten werden noch bullischer. Bei STMicroelectronics verdichten sich gerade mehrere Katalysatoren gleichzeitig.
Bank of America setzt das höchste Kursziel der Wall Street
Den deutlichsten Schritt machte Bank of America. Das Institut stufte die Aktie von Neutral auf Buy hoch und setzte ein Kursziel von 86 Euro — das höchste unter allen Analysten. Analyst Didier Scemama sieht vier Treiber: optische Verbindungstechnik für Rechenzentren, das wachsende Marktfeld der Satelliten in erdnaher Umlaufbahn, eine anziehende Nachfrage aus Automobil- und Industriesegmenten sowie erhebliche Skaleneffekte durch freie Produktionskapazitäten.
Die Bank argumentiert, der Markt unterschätze die Ertragskraft des Unternehmens für die nächsten zwei bis drei Jahre deutlich. Treiber sei vor allem das erwartete exponentielle Wachstum bei Rechenzentren — ein Geschäft mit hohen Margen.
Deutsche Bank zieht nach, Goldman bleibt vorsichtig
Deutsche Bank Research hob ihr Kursziel am 11. Juni von 52 auf 75 Euro an und behielt das Buy-Rating. Hintergrund ist die PCIM-Konferenz für Leistungselektronik in Nürnberg. Die Analysten sehen STMicro als zentralen europäischen Profiteur, weil Halbleiter für Energiemanagement wieder stärker gefragt sind.
Goldman Sachs hält dagegen an einem Hold-Rating fest. Ein konkretes Kursziel nannte die Bank zuletzt nicht.
Das Rechenzentrum-Geschäft als eigentlicher Kern
Der Auslöser für die Analysteneuphorie liegt tiefer. STMicroelectronics hat seine Umsatzerwartung für Rechenzentren deutlich angehoben: Statt „deutlich über 500 Millionen Dollar“ peilt das Unternehmen nun rund eine Milliarde Dollar für 2026 an. Für 2027 könnte sich dieser Wert nochmals verdoppeln.
Bank of America erwartet, dass der Umsatz mit optischen Verbindungslösungen für Rechenzentren von 670 Millionen Dollar in diesem Jahr auf 2,3 Milliarden Dollar bis 2028 steigt. Grundlage sind die 300-Millimeter-Siliziumphotonik-Fertigung und fortschrittliche Packaging-Technologien des Unternehmens.
Zahlen aus dem ersten Quartal 2026 stützen den Optimismus. Der Umsatz kletterte auf 3,095 Milliarden Dollar — ein Plus von 23 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Für das zweite Quartal erwartet das Unternehmen rund 3,45 Milliarden Dollar, ein sequenzielles Plus von knapp zwölf Prozent.
Ex-Dividendentag steht bevor
Für einkommensorientierte Aktionäre kommt ein weiterer Termin hinzu. Am 22. Juni 2026 — also in sechs Tagen — ist der Ex-Dividendentag für die Quartalsdividende von 0,09 Dollar je Aktie. Zahltag ist der 24. Juni.
Die Aktie notiert bei 68,23 Euro und damit nur knapp unter dem 52-Wochen-Hoch von 70 Euro. Seit Jahresbeginn hat sie fast 192 Prozent zugelegt — ein Tempo, das die technischen Durchschnittswerte weit hinter sich gelassen hat. Ob das Rechenzentrum-Wachstum die hochgesteckten Ziele tatsächlich erreicht, entscheidet darüber, ob die neue Analystenüberzeugung Bestand hat oder sich als verfrüht erweist.
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