188 Prozent Kursplus seit Jahresbeginn sprechen eine klare Sprache. STMicroelectronics surft auf der massiven KI-Welle der Halbleiterbranche. Unter der Oberfläche zeigen sich allerdings erste Risse. Hohe Lagerbestände und eine frische Wandelanleihe testen das Vertrauen der Investoren.
Frisches Kapital und Branchen-Rückenwind
Mitte Juni platzierte der Konzern eine Wandelanleihe über 1,5 Milliarden US-Dollar. Die Sorge vor einer Verwässerung drückte den Kurs kurzzeitig um gut vier Prozent. Eine breite Branchenrally fing den Rücksetzer schnell wieder auf.
Parallel dazu beflügelte eine neue Partnerschaft zwischen Apple und Intel die Stimmung. Die ungebrochene Nachfrage nach KI-Infrastruktur treibt den gesamten Sektor. Hinzu kommen sinkende Energiekosten. Ein Abkommen zwischen den USA und dem Iran entlastet die energieintensive Chip-Produktion spürbar.
Schwache Cashflows und volle Lager
Die jüngsten Geschäftszahlen offenbaren operative Schwächen. Im ersten Quartal 2026 meldete das Unternehmen einen Umsatz von gut drei Milliarden US-Dollar. Der freie Cashflow rutschte jedoch mit 723 Millionen US-Dollar tief ins Minus.
Die Lagerbestände türmen sich auf ein Äquivalent von 140 Tagen. Die Folge: Analysten erwarten für das zweite Quartal sinkende Bruttomargen. Viele Fabriken sind derzeit nicht voll ausgelastet. Dennoch hält das Management an der Ausschüttung fest. Im Juni wird die Aktie für die erste Dividenden-Tranche von 0,09 US-Dollar ex-Dividende gehandelt.
Der Blick nach vorn
Aktuell notiert das Papier bei 67,58 Euro. Damit bewegt sich der Kurs knapp unter dem 52-Wochen-Hoch von glatt 70 Euro. Große Adressen wie Morgan Stanley und Invesco stockten ihre Positionen zuletzt auf.
Analysten rufen Kursziele zwischen 55,66 und 64,39 US-Dollar aus. Der weitere Weg entscheidet sich Ende Juni. Dann präsentieren die großen Speicherchip-Hersteller ihre Quartalszahlen. Diese Berichte geben traditionell die Richtung für den gesamten Halbleitermarkt vor.
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