Ein Gewinn über den Erwartungen, ein Kurs im freien Fall — bei Stitch Fix passt das auf den ersten Blick nicht zusammen. Der Grund liegt im Ausblick: Die Prognose für das laufende Geschäftsjahr 2027 verschreckte die Anleger deutlich stärker, als die Quartalszahlen sie hätten beruhigen können.
Zahlen schlagen Erwartungen, Prognose bricht sie
Im vierten Quartal des Geschäftsjahres 2026 verdiente das Unternehmen mit minus 0,02 Dollar Verlust je Aktie deutlich weniger schlecht als die von Analysten erwarteten minus 0,06 Dollar. Der Umsatz lag mit 324,4 Millionen Dollar knapp unter der Konsensschätzung. Für sich betrachtet wäre das ein solides Quartal gewesen.
Der Blick nach vorn drehte die Stimmung. Für das Geschäftsjahr 2027 rechnet Stitch Fix mit einem Umsatz zwischen 1,31 und 1,36 Milliarden Dollar — deutlich unter den am Markt erwarteten rund 1,41 Milliarden Dollar.
Für das erste Quartal 2027 stellte das Management sogar einen Rückgang von 4,1 bis 5,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr in Aussicht. Die Aktie reagierte nachbörslich mit einem Einbruch von mehr als 18 Prozent und rutschte auf ein neues Jahrestief.
Kunden werden teurer, Basis schrumpft weiter
Der aktive Kundenstamm sank im vierten Quartal um 1,4 Prozent auf 2,277 Millionen — bereits das zweite Quartal in Folge mit rückläufigen Nutzerzahlen.
Finanzchef David Aufderhaar begründete das unter anderem mit steigenden Kundenakquisitionskosten, die den Werbeanteil am Umsatz im neuen Geschäftsjahr auf 10 bis 11 Prozent treiben sollen, nach 9 bis 10 Prozent zuvor. Hinzu kam ein technisches Problem: Ein unbeabsichtigter Fehler im Bestellprozess nach dem Checkout habe über zwei Wochen hinweg Folgebestellungen gebremst, sei aber inzwischen behoben.
Immerhin verzeichnete das Unternehmen beim Umsatz pro aktivem Kunden mit 592 Dollar einen Rekordwert, ein Plus von 7,8 Prozent. Die Botschaft rund um Abnehmspritzen der GLP-1-Klasse kommt laut Unternehmensangaben bei potenziellen Neukunden gut an und verbessere dort die Konversionsraten. Solche operativen Fortschritte reichten den Anlegern angesichts der schwachen Prognose jedoch nicht.
Mizuho bekräftigte nach den Zahlen seine Einschätzung „Underperform“ mit einem Kursziel von 3,00 Dollar und verwies auf zunehmende Anzeichen von Konsumzurückhaltung, von der kleinere Anbieter wie Stitch Fix besonders betroffen seien. William Blair hatte die Aktie bereits zuvor von „Outperform“ auf „Market Perform“ zurückgestuft und Zweifel am Wachstumspfad für das Geschäftsjahr 2027 geäußert.
Die Aktie notiert nun rund 46 Prozent tiefer als zu Jahresbeginn und damit nahe am 52-Wochen-Tief von 2,76 Dollar. Ob die für 2027 angekündigten Zusatzinvestitionen in Werbung und künstliche Intelligenz tatsächlich zu neuem Kundenwachstum führen, muss sich in den kommenden Quartalsberichten in konkreten Nutzerzahlen zeigen.
Stitch Fix-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Stitch Fix-Analyse vom 25. September liefert die Antwort:
Die neusten Stitch Fix-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Stitch Fix-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 25. September erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
